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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Urheber_in und Verwertung


Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) hält die Rechte der Urheber_innen fest und definiert (durchaus vage) worauf es anzuwenden ist: „Werke im Sinne dieses Gesetzes sind eigentümliche geistige Schöpfungen auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst.“ (§ 1) „Urheber eines Werkes ist, wer es geschaffen hat.“ (§ 10)
Das Urheberrecht an Werken der bildenden Kunst „endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers“. (§ 60)
 
Werknutzungsrechte
Wird nichts anderes vereinbart, haben nur die Urheber_innen selbst das Recht ihre Werke auf folgende Arten zu verwerten: Vervielfältigung; Verbreitung; Vermieten und Verleihen; Senden; Vortragen, Aufführen und Vorführen; Zurverfügungstellen. Urheber_innen können anderen jedoch im Rahmen von Werknutzungsbewilligungen bestimmte Werknutzungen (beschränkt oder unbeschränkt) gestatten oder auch das ausschließliche Recht (Werknutzungsrecht) dazu einräumen. (Zur Orientierung: Tarife der Bildrecht, Tarife der VG Wort, ...)
Verschiedene standardisierte Formen zur Regelung von Werknutzungsrechten sind ist etwa im Rahmen von Creative Commons möglich. *
 
Freie Werknutzung
Das Urheberrechtsgesetz regelt auch die freie Werknutzung. So ist beispielsweise Vervielfältigung zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Oder zur Berichterstattung über Tagesereignisse. In der bildenden Kunst ist hier auch die so genannte Katalogfreiheit (für öffentliche Sammlungen, Versteigerungen) von Bedeutung oder, dass Werke (z.B. der Baukunst/Architektur, Skulptur etc.), die dazu angefertigt wurden, sich bleibend an einem öffentlichen Ort zu befinden, der freien Werknutzung unterliegen. (Im Rahmen von Creative Commons können Urheber_innen eine darüber hinausgehende freie Werknutzung für ihre Werke festlegen.)

Verwertungsgesellschaften
Für die einzelnen Urheber_innen ist es nicht möglich alle Urheber_innenrechte selbst wahrzunehmen, sie können Verwertungsgesellschaften mit der Rechtewahrnehmung beauftragen. Verwertungsgesellschaften „erteilen gegen Entgelt Werknutzungsbewilligungen oder machen Vergütungsansprüche geltend“ (VBK) und heben finanzielle Ansprüche aufgrund von Verwertungsrechten ein.
* Zu beachten: Der Beitritt zu einer Verwertungsgesellschaft ist die einzige Möglichkeit an Einnahmen aus der Reprografievergütung und der Leerkassettenvergütung zu partizipieren. Werden einer Verwertungsgesellschaft jedoch die alleinigen und ausschließlichen Werknutzungsrechte eingeräumt bzw. ihr die zustehenden Vergütungsansprüche räumlich und zeitlich unbegrenzt zur treuhändigen Wahrnehmung übertragen, so kann die Urheber_in nicht unabgesprichen parallel für einzelne Werke (z.B. kostenfreie) Werknutzungen festlegen - Ausnahmeregelungen sind üblicherweise möglich.

Zu beachten: Miturheber_innen
“(…)  Haben mehrere gemeinsam ein Werk geschaffen, bei dem die Ergebnisse ihres Schaffens eine untrennbare Einheit bilden, so steht das Urheberrecht allen Miturhebern gemeinschaftlich zu (…) Zu einer Änderung oder Verwertung des Werkes bedarf es des Einverständnisses aller Miturheber.“ (UrhG, § 11)
Außerdem ist zu beachten, dass das Urheber_innenrecht selbstverständlich auch immer für Werke anderer Urheber_innen gilt, die in der eigenen künstlerischen Arbeit Verwendung finden.


Informationsunterlagen
und Notizen aus Veranstaltungen der IG BILDENDE KUNST

Urheber_innenrechte
(4.11.2007, Wien, Survival-Training für Künstler_innen)
Vortrag und Auskunft: Michael Pilz (Rechtsanwalt, Urheber_innenrechtsexperte) 

Urheber_innenrechte
(22.5.2007, Linz, Survival-Training für Künstler_innen)
Vortrag und Auskunft: Peter Burgstaller (Rechtsanwalt)
Veranstaltung in Kooperation mit Künstlervereinigung MAERZ.

Urheber_innenrechte
(7.5.2007, Innsbruck, Survival-Training für Künstler_innen)
Vortrag und Auskunft: Georg Huber (Rechtsanwalt)
Veranstaltung in Kooperation mit Tiroler Künstlerschaft.

Urheber_innenrechte (in der Fotografie)
(17.11.2004, Wien, Survival-Training für Künstler_innen)
Vortrag und Auskunft: Michael Pilz (Rechtsanwalt, Urheber_innenrechtsexperte)