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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Was ist neu? Was wird anders?

Steuerreformgesetz 2015/2016


Das Steuereformgesetz 2015/2016 bringt ab 1.1.2016 einige Änderungen mit sich, die auch für Künstler_innen Auswirkungen haben. Ein paar Beispiele steuerrechtlicher Maßnahmen:


Stichwort: Einkommensteuer

Wie gehabt bleiben Einkommen bis 11.000 Euro steuerfrei, danach gibt es ab 1.1.2016 sechs (statt bisher drei) verschiedene Tarifstufen, die wie bisher progressiv gestaffelt sind. Ein Beispiel: Der niedgriste Steuertarif beträgt in Zukunft lediglich 25% (statt bisher 36,5%) und ist für den Einkommensbereich von 11.000 bis 18.000 Euro anzuwenden. Fazit: Es wird zwar wieder etwas komplizierter, aber es fällt merklich weniger Einkommensteuer an - und zwar für Einkommen bis zu 90.000 Euro pro Jahr...

■ help.gv.at:
Einkommensteuertarif neu (Gegenüberstellung: bisherige Regelung, neue Regelung)


Stichwort: Umsatzsteuer

Zwar gilt für Tätigkeiten als Künstler_in weiterhin ein ermäßigter Steuersatz, ab 1.1.2016 bedeutet dies jedoch 13% Umsatzsteuer für Künstler_innen (statt bisher 10%). Wie gehabt: sofern eine Umsatzsteuerpflicht besteht!

■ Bundesministerium für Finanzen:
Neuerungen und Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer (zB für Künstler_innen)


Stichwort: Registrierkassenpflicht

Mit der Registrierkassenpflicht sollen informelle Umsätze bekämpft werden: keine Bareinnahmen ohne Beleg! Die Registrierkassenpflicht gilt "... ab einem Jahresumsatz von 15.000 Euro, sofern die Barumsätze 7.500 Euro im Jahr überschreiten." Betrifft mich das? Auch als Künstler_in? JA! Wenn die genannten Umsatzgrenzen überschritten werden. Und als Verein? Kommt darauf an... Ab wann? Was muss ich tun?
Das Finanzministerium (BMF) hat am 13.11.2015 einen Erlass veröffentlicht, der - ergänzend zum Steuerreformgesetz - Übergangsphasen, bürokratische Details und ein paar Ausnahmen zu regeln versucht.

■ Bundesministerium für Finanzen:
Informationen zur Registrierkassenpflicht (Erlass, Infofolder, Fragen & Antworten)

■ Kulturvernetzung Niederösterreich:
Registrierkassenpflicht - Eine Kurzanleitung (Ein Interpretationsversuch und praktische Infos v.a. für Vereine)

■ TKI / IG Kultur Tirol: Infos zur Registrierkassenpflicht (Ausnahmen)

■ KUPF OÖ: Vereinsfest und Registrierkassa (Update zur nächsten Gesetzesnovelle, 18.7.2016)

Stichwort: Mindestbeiträge  in der Sozialversicherung

Ab 1.1.2016 gibt es für Neue Selbständige (zB Künstler_innen) nicht mehr zwei verschiedene Versicherungsgrenzen für die Pflichtversicherung bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA), die höhere Versicherungsgrenze I wird abgeschafft. In der Folge gilt für alle die gleiche Mindestbeitragsgrundlage in der Höhe der jährlichen Geringfügigkeitsgrenze. Das bedeutet: Für diejenigen, die ausschließlich selbständig erwerbstätig sind, kommt es einerseits bereits früher (also ab einem niedrigeren "Gewinn" als bisher) zur Pflichtversicherung, andererseits sind dann auch die Mindestbeiträge deutlich niedriger als bisher.
2016 wird die Versicherungsrenze und somit die Mindestbeitragsgrundlage voraussichtlich 4.988,64 Euro ausmachen, daraus würden sich monatliche Mindestbeiträge in der Höhe von 124,18 Euro ergeben.



[Site in Arbeit. Kein Anspruch auf Vollständigkeit!]
(Stand: 16.12.2015)