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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Wie schreibe ich eine Rechnung?
Was ist eine Honorarnote?

 

[ACHTUNG: Site in Arbeit! Infos galten bis 31.12.2015.]


"Keine Buchung ohne Beleg" lautet ein buchhalterischer Grundsatz. Wird beispielsweise ein Werk verkauft oder eine Leistung erbracht, so ist für das vereinbarte Entgelt eine Rechnung (Zahlungsbeleg) auszustellen. Eine Honorarnote ist eine in Österreich übliche Bezeichnung, wenn eine erbrachte Leistung in Rechnung gestellt wird.
Zu beachten ist, dass der Rechnungsbeleg bestimmte Informationen enthalten muss. Welche Kriterien dabei zu erfüllen sind, ist im Umsatzsteuergesetz (§11) geregelt und hängt unter anderem von der Rechnungshöhe ab. Darüber hinaus gelten abweichende Bestimmungen für Rechnungen an Empfänger_innen außerhalb Österreichs!

Bei Rechnungen bis 400 € genügen folgende Angaben:
■ Name und Anschrift der Rechnungsleger_in (der "liefernden oder leistenden" Künstler_in etc.)
■ (Menge und) Bezeichnung des Gegenstands (Werks) bzw. Art und Umfang der Leistung
■ Tag der Lieferung (Werkübergabe) bzw. Tag oder Zeitraum der erbrachten Leistung
■ Entgelt und ggf. Umsatzsteuerbetrag in einer Summe
■ anzuwendender Umsatzsteuersatz (z.B. 0%, 10% oder 20% USt)

Rechnungen über 400 € müssen diese Angaben enthalten:
■ Name und Anschrift der Rechnungsleger_in (der "liefernden oder leistenden" Künstler_in etc.)
■ Name und Anschrift der Abnehmer_in bzw. Empfänger_in
■ (Menge und) Bezeichnung des Gegenstands (Werks) bzw. Art und Umfang der Leistung
■ Tag der Lieferung (Werkübergabe) bzw. Tag oder Zeitraum der erbrachten Leistung
■ Entgelt für die Lieferung oder erbrachte Leistung/en
■ auf das Entgelt ggf. anfallender Umsatzsteuerbetrag (Dieser muss getrennt vom Entgelt ausgewiesen sein, nicht in einer Summe!)
■ anzuwendender Umsatzsteuersatz (Im Falle einer Umsatzsteuerbefreiung ist ein Hinweis erforderlich, dass für diese Lieferung oder sonstige Leistung eine Umsatzsteuerbefreiung gilt; z.B. aufgrund der Kleinunternehmer_innenregelung: "Der Betrag enthält 0% USt gem. UStG § 6 (1) Z 27.")
■ UID (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) sofern das Recht auf Vorsteuerabzug besteht
■ fortlaufende Rechnungsnummer
■ Ausstellungsdatum der Rechnung

Rechnungen über 10.000 €
Wenn der Rechnungsbetrag über 10.000 € liegt, muss auch die UID der Empfänger_in angegeben werden.

Verschiedene Steuersätze in einer Rechnung?
In einer Rechnung über Lieferungen und sonstige Leistungen, die verschiedenen Steuersätzen unterliegen, sind die Entgelte und Steuerbeträge nach Steuersätzen zu trennen.

Rechnungsempfänger_innen außerhalb Österreichs?
Für Rechnungen an Empfänger_innen in anderen EU-Mitgliedsstaaten sowie bei anderen Währungen als Euro gelten zum Teil andere als die oben beschriebenen Bestimmungen für die Rechnungslegung.

Zahlungsart und Zahlungsziel
Ist keine Barzahlung geplant, Bankverbindung nicht vergessen!
Bei Barzahlung folgt nach Erhalt des Entgelts ein entsprechender Vermerk auf dem Rechnungsbeleg, z.B. "Betrag erhalten am ... ". Ist eine Banküberweisung die vereinbarte Zahlungsmodalität, so ist empfehlenswert, auch ein Zahlungsziel zu vereinbaren, z.B. "binnen 14 Tagen ab Rechnungsdatum".

Wenn ein eventuelles Überschreiten der Umsatzsteuergrenze im laufenden Kalenderjahr nicht absehbar ist...
... kann grundsätzlich eine spätere Nachverrechnung vereinbart werden. In der Regel wird dies allenfalls bei Rechnungen an Rechnungsempfänger_innen zumutbar sein, die vorsteuerabzugsberechtigt sind. Formulierungsbeispiel: „Ich behalte mir vor, die USt nachzuverrechnen, wenn ich die Umsatzgrenze für die Steuerbefreiung gem. UStG § 6 (1) Z 27 (sog. Kleinunternehmer_innenregelung) in diesem Kalenderjahr überschreite.“

Sozialversicherungsnummer? Einkommensteuernummer? Nein!
Bei Vorlagen für Honorarnoten kommt es immer wieder vor, dass nach der Sozialversicherungsnummer gefragt wird. Diese hat im Rechnungsbeleg nichts verloren. Dasselbe gilt auch für die Steuernummer (Einkommensteuernummer).