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Die IG BILDENDE KUNST ist die Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Urheber_innenrechte

Debatten: Zu wessen Nutzen? Auf wessen Kosten?


Die Debatte versachlichen

(Frühling/Sommer 2013) Das Klagen der Musikindustrie über Tauschbörsen im Internet, die Proteste gegen das ACTA-Abkommen, das den Internetzugang reglementieren sollte, der Ärger über die Vorratsdatenspeicherung, die Gründung von „Kunst hat Recht“ – in den letzten zwei Jahren hat sich in Sachen Netzpolitik und Urheber_innenrecht viel getan. Die geplante größere Reform des österreichischen Urheber_innenrechts liegt momentan zwar auf Eis – nicht einmal die Festplattenabgabe als (halbwegs) zeitgemäße Anpassung der bisherigen „Leerkassettenabgabe“, die Künstler_innen über die Verwertungsgesellschaften pauschal für die Nutzung ihrer Werke abgelten soll, wurde bisher beschlossen. Aber gleichzeitig ist dieser gesetzliche Stillstand die Chance auf eine Versachlichung der Debatte, die bisher vielfach allzu polemisch, auch zwischen den verschiedenen Kunstrichtungen, geführt wurde. Mit neuen Informationsseiten will die IG BILDENDE KUNST dazu einen Beitrag leisten.


Debatten, Studien und andere Materialien

Kulturrat Österreich: Urheberrechte und Cultural Commons
Kunst, Kultur und Medien haben sich mit den neuen Herausforderungen im Bereich "Geistiges Eigentum" und Copyright kritisch auseinander zu setzen. Wie lassen sich Urheberrechte und das öffentliche Interesse am freien Austausch von Information, Wissen und Bildung vereinbaren? 

Feministische Netzpolitik. Perspektiven und Handlungsfelder
(April 2013, Studie) [PDF, 728 KB] Die feministische Politikwissenschafterin und Bloggerin Kathrin Ganz beschreibt anhand von vier zentralen netzpolitischen Feldern – Zugang zum Internet, Zugang zu Inhalten, Eigentumsrechte und Privacy – vorhandene, mögliche und notwendige Analysen und Interventionen aus feministischer Perspektive. Ihre Überlegungen zu den Eigentumsrechten (wie Copyright und Urheber_innenrechte) beziehen sich zwar in erster Linie auf einen sehr weit gefassten Begriff von (weiblicher) Kreativität, sind aber wie die Studie insgesamt hervorragend dazu geeignet, selbst weiterzudenken.

Kulturelle Produktion und Mediennutzung im Alltag: urheberrechtliche Problemfelder und politische Lösungsperspektiven
(Februar 2013, Studie) Diese Studie des Instituts für Neue Kulturtechnologien / t0 im Auftrag der Arbeiterkammer Wien zeigt anhand von Fallgeschichten auf, wie rasch im (digitalen) Alltag Konflikte mit dem Urheber_innenrecht entstehen können. Gleichzeitig wird versucht, Lösungsansätze herauszuarbeiten, wie ein Urheber_innenrecht der Zukunft aussehen könnte.

Money from Music: Survey Evidence on Musicians’ Revenue and Lessons About Copyright Incentives
(Jänner 2013, Studie) Aus den USA stammt die erste empirische Studie, die den Zusammenhang des Einkommens von Musiker_innen mit dem Urheber_innenrecht aufzeigt. Peter C. DiCola von der Northwestern University School of Law in Chicago hat sich die Zusammensetzung der Einkommen von Musiker_innen diverser Genres genau angesehen und kommt zu dem Schluss: „Das Einkommen von Komponist_innen und Musiker_innen im Spitzenbereich hängt stark von Erlösen ab, die in direktem Zusammenhang mit dem Copyright-Schutz stehen. Für die große Mehrheit der Musiker_innen gilt das hingegen nicht.“

Arbeiterkammer Wien: Geistiges Eigentum und Verbraucherschutz
(Juli 2012, Broschüre) Die AK Wien gibt mit dieser Download-Broschüre einen Überblick über Erlaubtes und Verbotenes bei Filesharing, Download, der Privatkopie, der Nutzung von kreativen Inhalten anderer u.v.m. Speziell Kapitel 7 „Wie kann ich Inhalte Dritter kreativ nutzen?“ ist auch für Künstler_innen besonders interessant.

Kulturrisse: Urheberrechte für alle ... sonst gibt's Krawalle!
(Ausgabe 1|2012) Spätestens seit den Protesten gegen das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) im Frühjahr 2011 sind sie wieder in aller Munde: die Debatten um Urheber- und Verwertungsrechte und ihre längst überfällige Reform.

Kulturrisse: Plagiarismus und Ideenklau
(Ausgabe 1|2007) Während die Sampling-Praxen von HipHop & Co. längst von den Musikindustrien umarmt werden und in der bildenden Kunst mittlerweile eine Strömung namens Appropriation Art kanonisiert wurde, macht sich an den Universitäten hierzulande wie anderswo eine besondere Art von "Räuber und Gendarm"-Spiel breit: Dem Aufdecken von Plagiaten.

juridikum: Urheberrechtsdebatten [PDF, 1,2MB]
(juridikum - zeitschrift für kritik | recht | gesellschaft, Ausgabe 1/2007) Textbeiträge zum Urheber_innenrecht und den darum kreisenden Auseinandersetzungen: Urheber_innenrechte im Spannungsfeld von "Informationsfreiheit, kreativer Vielfalt und demokratischem Wildwuchs kollektiven Wissens" und "branchenspezifischen Machtverhältnissen und Abhängigkeiten, Gefälle in der Profitverteilung und die Frage der finanziellen Absicherung von KünstlerInnen und WissenschafterInnen".

Kulturrat Österreich Zeitung: Urheberrecht, Commons, Copyright
Die Textbeiträge der 2006 erschienenen Zeitung bieten Einblick in die verschiedenen, durchaus divergenten und provokanten Standpunkte und Argumente. Außerdem: Grundsatzforderungen des Kulturrat Österreich, dessen Mitgkiedsverbände durchaus unterschiedliche Positionen zum Urheber_innenrecht vertreten. 

Schweiz: Kunstfreiheit.ch
Eine 2006/2007 aktive Initiative Schweizer Kunst- und Kulturschaffender, die sich für ein Urheber_innenrecht einsetzen, das den Interessen der aktiven Künstler_innen zentralen Stellenwert einräumt: "Wir brauchen nicht nur Schutz unserer Arbeit, sondern auch freien Zugang zu bestehenden Werken, um daraus Neues schaffen zu können."

artnet.de Dossier: Kunst und Recht
"Das Urheberrecht ist ein zweischneidiges Schwert. Es schützt die Kunst nicht nur, sondern kann sich auch gegen sie richten. In den gegenwärtigen Debatten um die Legitimität des Urheberrechts entwickelt sich dieses mehr und mehr zum zentralen Marktordnungsrecht der postindustriellen Gesellschaft." Im Dossier Kunst & Recht erläutern Jurist_innen die Schnittstellen zwischen Kunst und Recht (u.a. einige Beiträge zum Thema Urheber_innenrechte).