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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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1. Mai - Arbeiter*innenkampftag

Wir demonstrieren: pay the artist now!


Wir nehmen den 1. Mai - den internationalen Kampftag der Arbeiter*innenbewegung - zum Anlass, unsere Forderung nach fairer und guter Bezahlung mit einer bewegten Fotoserie zu untermauern: pay the artist now! now! now! now! now! now! now!

„Aufgrund der aktuellen Krise scheint es viel klarer und deutlicher ausgesprochen zu sein, wie prekär die Arbeits- und Lebensbedingungen von Kunst- und Kulturschaffenden sind, selbst in einem wohlhabenden Staat wie Österreich. Ebenso wird deutlich, wie wesentlich Kunst und Kultur sind. Während viele Menschen gezwungen sind, sich in ihren Häusern zu isolieren, sind es Musik, Filme, Bücher und Online-Performances, die eine Quelle des Trostes und der Hoffnung darstellen.“ resümiert Sheri Avraham, Vorsitzende der IG Bildende Kunst.

Doch ein Einkommen als Künstler_in zu sichern, ist schwierig - und erst recht unter Ausgangsbeschränkungen. „Die Corona-Krise macht deutlich, dass ein Einkommen, das von Projekt zu Projekt entsteht, bei der geringsten Veränderung des Systems ins Wanken gerät.“, erläutert Mariel Rodríguez (Vorstandsmitglied der IG Bildende Kunst) und verweist auf die besonders prekäre Situation für in Österreich lebende und arbeitende Künstler_innen, die keinen EU-Pass besitzen: „Wie sollen Künstler_innen jetzt genügend Verträge abschließen und das Mindesteinkommen verdienen, das für die Beantragung oder jährliche Verlängerung eines Künstler*innenvisums erforderlich ist? Die Corona-Krise verschärft die bereits prekären Bedingungen für in Österreich lebende, nicht EUropäische Künstler_innen, die nicht nur mit den Schwierigkeiten zu kämpfen haben, von einem geringen Einkommen zu leben, sondern die auch Gefahr laufen, ihre Aufenthaltsgenehmigung zu verlieren.“ 

Wir fordern eine unbürokratische Existenzsicherung - jetzt in der Krise und auch längerfristig darüber hinaus. Die Krisenfonds haben für einige eine wichtige Soforthilfe geleistet, ignorieren jedoch die vielfältigen Erwerbsrealitäten der Freien Szene. „Wir setzen uns dafür ein, dass sich die Kunstpolitik an der Lebensrealität der Künstler*innen im Jetzt ausrichtet und nicht an überholten oder stereotypen Vorstellungen vom Berufsbild Künstler*in.“ - Almut Rink, Vorstandsmitglied der IG Bildende Kunst.

Für eine Existenzsicherung ohne Barrieren ist ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle die naheliegendste Lösung, unterstreicht auch Sheri Avraham: „Das System ist einfach, schnell einzuführen und erfordert ein Minimum an Bürokratie. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die Lösung! Nicht nur jetzt, und nicht nur für Kunst- und Kulturschaffende.“ Aber auch ein Grundeinkommen wird Forderungen nach guten Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung nicht überflüssig machen.

Jeder Schritt vorwärts zählt! Mit der „pay the artist now!“-Kampagne bringen wir ein für alle Künstler_innen relevantes Thema voran: Unsere Arbeit muss als solche anerkannt werden. Gemeinsam mit anderen Prekären beteiligen wir uns daher an den Demonstrationen am 1. Mai, um gemeinsam für ein gutes Leben für alle auf die Straße zu gehen. 


[Credits zu den Fotos: Esra Özmen, Piotr Reisig, Leo Söldner, Martin Wimmer und die Fotografierten selbst - Vasilena Gankovska, Jannik Franzen, Ezgi Erol, Almut Rink, Eva Dertschei, Mariel Rodríguez, Daniela Koweindl, Carla Bobadilla, Sheri Avraham - IG Bildende Kunst, 2020]

Wir demonstrieren: pay the artist now! (IG Bildende Kunst, 2020)
Wir demonstrieren!