IG Bildende Kunst Logo
Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

Solidarisieren, Mitglied werden, Vorteile genießen!

Jurypreis für Bundestheater

Bundestheater-Holding erhält "SCHANDFLECK 2013"

 


(20.2.2014, Update) Das Netzwerk Soziale Verantwortung hat wieder zwei Auszeichungen für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen vergeben. Den Jury-Preis bekam die Bundestheater Holding für das Outsourcing von 400 Platzanweiser_innen an die "Sicherheitsfirma" G4S. Im Oktober 2013 veröffentlichte der BBC, dass Mitarbeiter von G4S Insassen des Gefängnisses Mangaung in Südafrika mit Elektroschocks und Zwangsinjektionen gefoltert haben. In Österreich erhielt G4S den Zuschlag zur Verwaltung des Schubhaftszentrums Vordernberg. „Es bedarf einer Black List von Unternehmen, an die die öffentliche Hand keine Verträge vergeben darf. Auf diese Liste gehört auch G4S“, erklärt Marieta Kaufmann, Geschäftsführerin des Netzwerk Soziale Verantwortung. Der Publikumspreis ging an die Andritz Hydro GmbH.



Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen. Aufruf zum Public Voting.

Bundestheater-Holding auf der Shortlist zum "SCHANDFLECK 2013"


(20.1.2014, Pressemitteilung) Der Startschuss zum Online-Voting für die übelsten Unternehmen ist gefallen, fünf Kandidat_innen stehen zur Wahl: Zwei internationale Konzerne und gleich drei Einrichtungen der öffentlichen Hand bzw. in deren Eigentum haben es auf die Shortlist für den "Schandfleck 2013" geschafft. Mit dabei ist auch die Bundestheater-Holding GmbH. Warum? "(...) für das Outsourcing der 400 Mitarbeiter_innen des Publikumsdienstes an die menschenrechtlich höchst umstrittene Sicherheitsfirma G4S. Der Billeteur Christian Diaz hat am 12. Oktober 2013 die Arbeitsbedingungen bei G4S im Burgtheater öffentlich gemacht und wurde daraufhin entlassen.", begründet die Schandfleck-Jury die Auswahl für die Shortlist.

Das "Sicherheitsdienstleistungsunternehmen" G4S ist international für Arbeitsrechts- und Menschenrechtsverletzungen bekannt: Folterskandal in einem Gefängnis in Südafrika, Abschiebung mit Todesfolge in England, in Millionenhöhe unterschlagene Überstunden in den USA usw. usf. In Österreich ermittelt die Justiz gegen G4S wegen Betrugs bei der Parkraumüberwachung in Klagenfurt. Zuletzt ist G4S in die Schlagzeilen geraten aufgrund der fragwürdigen Ausschreibung für das neue Schubhaftgefängnis in Vordernberg, wo erstmals in Österreich mit G4S zumindest teilweise ein Privatunternehmen mit dem Vollzug von Schubhaft beauftragt ist. G4S hat hierfür einen 68-Millionen-Vertrag mit mindestens 15 Jahren Laufzeit erhalten. G4S Österreich streckt bereits die Fühler nach weiteren Aufträgen in Haftanstalten aus.

Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!

Die Bundestheater-Holding ist eine Prestigekund_in für G4S. Und so tragen auch Mittel aus der Kunst- und Kulturförderung zu dessen Profiten bei. Dagegen hat sich zuletzt der Kulturrat Österreich in einer Pressemitteilung verwehrt und zum Unterzeichnen einer Petition aufgerufen: "Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!" Mit drei konkreten Forderungen werden über diese Petition die Entscheidungsverantwortlichen - von der Bundestheater-Holding bis zur Bundesregierung - zum Einlenken aufgerufen, um endlich gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen.

Die Top 5 beim Schandfleck 2013

In diese Kerbe schlägt auch der "Schandfleck". Bis 18. Februar 2014 können Internet-User_innen am Public Voting teilnehmen und mitbestimmen, wer den Publikumspreis erhalten soll. Eine weitere Auszeichnung wird durch eine Jury vergeben. Zur Auswahl stehen - abgesehen von der Bundetheater-Holding GmbH - auch Apple Inc. (für die teilweise Auslagerung der Produktion an den Zulieferer Pegatron, der für schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen bekannt ist), die Andritz Hydro GmbH (für das Staudammprojekt Xayaburi in Laos und dessen absehbar umweltzerstörende Folgen), das Lebensministerium (für fehlgeleitete Umweltpolitik) sowie die MA 48 in Wien für die Umgehungsverträge mit den Abfallberater_innen. Erste Gerichtsurteile im August 2013 haben die Scheinselbständigkeit bestätigt, doch die MA 48 spielt auf Zeit und erkennt die Präjudizwirkung der Urteile nicht an. Nach mittlerweile fast zwei Jahren selbstorganisertem Arbeitskampf inklusive Jobverlust sind für die rund 30 ehemaligen Abfallberater_innen noch immer keine fairen Dienstverhältnisse bei der Stadt Wien in Sicht.

Welttag der sozialen Gerechtigkeit: Preisverleihung am 20.2.2014

Am 20. Februar - dem Welttag der Sozialen Gerechtigkeit - findet die Preisverleihung für den "Schandfleck 2013" im OFF-Theater in Wien statt. Vergeben wird der Schandfleck vom Netzwerk Soziale Verantwortung, das den Schandfleck als Instrument versteht, die unternehmerisches Handeln wider die Interessen von Mensch und Umwelt aufzudecken und anzuprangern, um gesellschaftlich verantwortliches Agieren einzufordern. Die IG BILDENDE KUNST wünscht den Nominierten, dass sie sich selbst disqualifizieren und bis zur Preisverleihung beispielsweise bei den Bundestheatern ein Insourcing des Publikumsdienstes zu fairen Arbeitsbedingungen bereits beschlossene Sache ist.



Public Voting bis 18.2.2014