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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Ja zum Depot

Raum für transdisziplinäres Veranstaltungsprogramm muss finanziell abgesichert werden 


Offener Brief der IG BILDENDE KUNST, Februar 2003


Sehr geehrter Herr Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny!
Sehr geehrter Herr Staatssekretär Franz Morak!
 
Aus dem Einleitungstext des angeblich letzten Programmfolders des Depot müssen wir mit Entsetzen schließen, dass sowohl die Stadt Wien als auch das Bundeskanzleramt kein Interesse am Fortbestand des Depot hat. Wenn dem so ist, ersuchen wir um Antwort, welche inhaltlichen Gründe für Sie gegen eine finanzielle Unterstützung des Depot (das sowohl die Stadt Wien als auch das Bundeskanzleramt schließlich noch bis vor kurzem als förderungswürdig befand) sprechen.

Das Depot hat seit vielen Jahren einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und zur Erweiterung des Kunstbegriffs geleistet. Es ist aber nicht nur Anlaufstelle für KünstlerInnen und Kunstinteressierte, sondern zieht mit seinem transdisziplinären Veranstaltungsprogramm Menschen mit den unterschiedlichsten Interessensspektren an und wirkt so positiv auf das Kunstverständnis seiner BesucherInnen zurück.
 
Die IG BILDENDE KUNST spricht sich dringendst für eine mehrjährig gesicherte Finanzierung des Depot aus, die in ihrer Dotierung eine kontinuierliche Arbeit des Depot-Teams zur Umsetzung eines anspruchsvollen, internationalen Veranstaltungsprogramms sowie eine fortlaufende Ergänzung der Bestände von Bibliothek und Videothek garantiert. Mindestens ebenso dringend ist die Sicherung der Arbeitsplatze von fünf hochqualifizierten Kunst- und Kulturschaffenden, die aus altruistischem Engagement in Selbstausbeutung schon seit Wochen ehrenamtlich den von Solidaritätsveranstaltungen gespeisten Notbetrieb des Depot überhaupt erst ermöglichen.  Die Kräfte von Kunst- und Kulturschaffenden zur Erhaltung des Depot sind mit Ende Februar (nach drei Monaten und 45 Solidaritätsveranstaltungen) erschöpft. Jetzt ist Ihr Beitrag gefordert!
 
Ein ebensolcher Empfehlungsbrief der IG BILDENDE KUNST ergeht auch Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und Bürgermeister Dr. Michael Häupl. Sollte es in der Zwischenzeit von der Stadt Wien und / oder aus dem Bundeskanzleramt ein
 
JA ZUM DEPOT
 
und
 
NEIN ZUR VERNICHTUNG VON FÜNF ARBEITSPLÄTZEN
 
gegeben haben, freuen wir uns sehr über diese notwendige Entscheidung und können Ihnen zu dieser wertvollen Investition in eine kunst- und diskursinteressierte Gesellschaft nur gratulieren!
 
Mit freundlichen Grüßen,
 
Daniela Koweindl
IG BILDENDE KUNST

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