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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Akademie der bildenden Künste Wien: Streik und Besetzung

Freie Bildung für alle! Re-Demokratisierung der Universitäten!


(22.10.2009, Pressemitteilung) Seit zwei Tagen ist die Akademie der bildenden Künste Wien von Studierenden und Lehrenden besetzt und ein Streik bis mindestens heute Mittag ausgerufen. Die IG BILDENDE KUNST erklärt sich solidarisch mit den Streikenden: "Keine Studiengebühren für Niemanden! Freie Bildung für alle!" 
 
Heute Donnerstag sollen die Leistungsvereinbarungen 2010-2012 zwischen der Akademie der bildenden Künste Wien und dem Wissenschaftsministerium beschlossen werden. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die umstrittene Bachelor/Master-Struktur, die gegen den ausgesprochenen Willen von Lehrenden und Studierenden sowie des Senats der Akademie der bildenden Künste Wien eingeführt zu werden droht. Die Streikenden sind für die Beibehaltung der Diplomstudien (in der bildenden Kunst). Die Forderungen richten sich aber auch ganz grundsätzlich gegen die zunehmende Ökonomisierung und Privatisierung im Bildungsbereich: Universitäten müssen mit öffentlichen Mitteln ausreichend finanziert werden! Für die Re-Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen und die bedingungslose Abschaffung von Studiengebühren! Gegen Zugangsbeschränkungen jeder Art!

Es liegt auf der Hand, dass für Künstler_innen mit Bachelor-Abschluss massive Beschränkungen für eine Fortsetzung des Studiums in Master-Studiengängen die Folge sind. Die jüngste Universitätsgesetz-Novelle erlaubt es schließlich, Master-Studien mit Zugangsbeschränkungen einzurichten – dies würde die an den Kunstuniversitäten ohnehin schon bestehenden Zugangsbeschränkungen durch Aufnahmeprüfungen noch weiter verschärfen. Welche Folgen haben diese Entwicklungen – insbesondere gekoppelt mit den Tendenzen zu Ökonomisierung und Elitenbildung an den Universitäten – für die Kunstausbildung und die (kritische) künstlerische Praxis? Schon jetzt bestehen auch ökonomische Ausschlussmechanismen: Die Akademie der bildenden Künste Wien ist die einzige Kunstuniversität, die Studierende ohne EU/EWR-Pass nicht von Studiengebühren befreit hat. Damit erfolgt eine Ungleichbehandlung der Studierenden aufgrund der Staatsbürger_innenschaft.
 
Von Seiten der Streikenden besteht großes Misstrauen gegenüber den Verhandlungen zwischen Rektor Schmidt-Wulffen mit Wissenschaftsminister Hahn über die Leistungsvereinbarungen 2010-2012. Gerade ein Ausbau von Zugangshürden und Ausschlussmechanismen entspricht genau jener "Bildungspolitik", für die sich Wissenschaftsminister Hahn in den letzten Tagen wiederholt stark gemacht hat. In den Leistungsvereinbarungen wird auch das Budget für die jeweilige Universität festgelegt. Mit den aktuellen Protestmaßnahmen haben die Streikenden ihren Positionen nochmals lautstark Nachdruck verliehen.

Die Forderungen von Lehrenden und Studierenden müssen ernst genommen, Senatsbeschlüsse eingehalten werden! Keine Unterzeichnung einer Leistungsvereinbarung gegen die Interessen der Betroffenen!
 
Die IG BILDENDE KUNST ruft zur weiteren Solidarisierung und Teilnahme an folgenden Protestmöglichkeiten auf:

Protestkundgebung gegen Bachelor und Master an der Akademie
Donnerstag, 22. Oktober 2009, 8:30 Uhr
BMWF, Teinfaltstraße 8, 1010 Wien (vom Ring links hinter dem Burgtheater)
 
Demonstration für eine freie Bildung
Donnerstag, 22. Oktober 2009, 12 Uhr
Treffpunkt: Sigmund-Freud Park (vor der Votivkirche), 1090 Wien
 
Wir lassen uns nicht aushungern! – Wir besetzen die Akademie!
Ausführliche Infos zu Streik und Besetzung, Hintergründen und Aktivitäten >>

Petition der Streikenden unterzeichen >> 

Foto: IG BILDENDE KUNST
Foto: malen-nach-zahlen.at