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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Offener Brief

Prekarisierung entgegentreten! #istnoetig


(7.3.2016, Offener Brief der IG BILDENDE KUNST im Rahmen von 15 Mal noetig, 15 Tage, 15 Forderungen, 15 Briefe und Aktionen der Plattform #istnoetig)

Update, 14.4.2016: Antwort des Wiener Kulturstadtrats

Sehr geehrter Herr Stadtrat Mailath-Pokorny!
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Häupl!
Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin Vassilakou!

„Kunst und Kultur werden in großem Ausmaß in unbezahlter Arbeit geschaffen. Viele Kunst- und Kulturschaffende der freien und autonomen Szene leben unter der Armutsgrenze. Derzeit übernimmt die Kulturpolitik keine Verantwortung für diese Arbeitsbedingungen.“, hielt im Herbst 2015 ein breites Bündnis von Akteuer_innen der freien und autonomen Kunst- und Kulturszene in Wien fest und richtete vor der Wiener Wahl 15 Forderungen an die Kulturpolitik.

Stichwort Prekarisierung: Zum einen fehlt es an einer kontinuierlichen sozialen und öknonomischen Absicherung. Zum anderen sind die Erwerbsmöglichkeiten angesichts der bestehenden Kunst- und Kulturbudgets unzureichend.

Angemessene Kunst- und Kulturbudgets für die freie Szene

Es geht auch anders! Berlin lässt aktuell mit Beispielen guter Praxis aufhorchen. Erhöhung des Kulturetats um 10%, 70 Arbeitsstipendien zu je 7.000 Euro in der bildenden Kunst sowie Stipendien für Forschung und Recherche mit künstlerischem Ansatz, aber auch für den kuratorischen Bereich; verbindliche Ausstellungshonorare; Sicherung und Ausbau des Atelierprogramms; ein mit der „Koalition der Freien Szene“ erarbeitetes neues Förder- und Vergabeprogramm in Höhe von 3,5 Millionen Euro aus der CityTax und anderes mehr. Kurzum: eine Reihe von Maßnahmen, die auf gute Produktionsbedingungen für die freie Szene abzielen. Nachmachen nicht verboten!

Prekarisierung entgegentreten

Auch hierzulande finden Selbstorganisierungen statt, um gemeinsam und solidarisch für gute Arbeitsbedingungen einzutreten. So etwa Interndinner (Praktikant_innen im Kunst- und Kulturbereich) oder das „Syndikat der Vogelfreien“ (eine facebook-Gruppe von prekären Kunst- und Kulturschaffenden). Und nicht zuletzt die noch sehr junge „Plattform #istnoetig“ als Allianz der freien und autonomen Kunst- und Kulturszene in Wien, die auf eine Umsetzung des erwähnten Forderungspapiers drängt.

„Über Geld reden!“ lautet auch eine Devise der IG BILDENDE KUNST. „Fragt nach euren Honoraren, verlangt Verträge und transparente Arbeitsbedingungen! Erzählt von positiven und negativen Erfahrungen.“ regt etwa Vasilena Gankovska (Vorsitzende der IG BILDENDE KUNST) zu mehr Austausch als ersten Schritt gegen (Selbst-)Ausbeutung an und fordert „klare und transparente Rahmenbedingungen für die Bezahlung von Künstler_innen zu schaffen“.

Doch damit nicht genug. „Wir fordern eine adäquate Absicherung, die auf die Realität des prekären Kunst- und Kulturschaffens abgestimmt ist.“, heißt es weiter im Forderungskatalog. Denn gerade unplanbare Erwerbsrealitäten, wie sie insbesondere in der freien Szene nun mal üblich sind, erfordern verlässliche und kompatible Systeme sozialer und ökonomischer Absicherung. Arbeitslosenversicherung und Mindestsicherung sind in ihrer aktuellen Ausgestaltung dazu kaum geeignet.

In Dialog treten

Die IG BILDENDE KUNST unterstützt daher die „15 Forderungen an die (Wiener) Kulturpolitik“. „In Dialog treten“ ist hier Punkt 1, zum Beispiel bei der öffentlichen Diskussion mit Ihnen, Herr Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, am 16.3.2016 im TAG in Wien. Wir freuen uns auf eine konstruktive Auseinandersetzung - als Auftakt zu einer konsequenten Arbeit an der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der freien und autonomen Kunst- und Kulturszene in Wien!


Mit freundlichen Grüßen,
IG BILDENDE KUNST


#istnoetig - Die Plattform

#istnoetig - 15 Briefe und Aktionen (März 2016)

15 Forderungen an die (Wiener) Kulturpolitik

Kunst und Wert (16.3.2016, 19 Uhr)
Kulturpolitisches Gespräch mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. Moderation: Martin Wassermair. Ort: TAG, Gumpendorfer Straße 67, 1060 Wien.
Eine Kooperation des TAG und des Instituts für Kulturkonzepte.




#istnoetig