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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Watch the Med! Alarm Phone für Geflüchtete in Seenot im Mittelmeer


Antirassistische Plakate. Bis 18.9.2015 auch in den Schaufenstern der IG BILDENDE KUNST.


Das Sterben auf See stoppen, keine Rückschiebungen! Während EUropäische Staaten mit immer aufwändigeren Maßnahmen im menschenrechtswidrigen Fernhalten von Flüchtlingen gleichsam um die Wette eifern und die Verantwortlichen in Österreich aktuell im planmäßigen Scheitern bei der angemessenen Versorgung von Geflüchteten brillieren, ringt die Plattform „Watch the Med“ um Schadensbegrenzung am Mittelmeer, ums bloße Überleben auf den Seewegen nach EUropa – mit einem Alarmtelefon für in Seenot Geratene. „Das Watch the Med-Alarmtelefon ist durchaus ein Hilfsprojekt, aber es ist auch eine politische Kampagne. Es unterstützt das Überleben von Flüchtenden, so gut es kann, und thematisiert gleichzeitig, warum ihr Leben am Mittelmeer überhaupt in Gefahr ist: nämlich wegen der sehr schlechten Idee der europäischen Außengrenzen.“, erklärt ein_e Aktivist_in aus Wien die Idee der transnationalen Initiative.

Kontaktaufnahmen, Beobachtungen und (unterlassene) Handlungen werden von Watch the Med daher stets online dokumentiert: 5. August: Bootsattacken im Ägäischen Meer, Passagier_innen (darunter Kinder) werden vorsätzlich in Seenot gebracht. Bereits zum vierten Mal innerhalb von zwei Wochen berichten Anrufer_innen über Angriffe durch maskierte Einheiten der Küstenwache. Watch the Med hat diese Vorfälle an die griechische Regierung gemeldet und Aufklärung eingefordert. In derselben Region finden derzeit Einsätze der EUropäischen Grenzüberwachungsagentur Frontex statt. 2. August: 350 Personen in Seenot, Rettung gelungen! Watch the Med schafft es zumindest unregelmäßig Kontakt zum Boot herzustellen und hakt konsequent bei der Italienischen Seerettungsleitstelle nach. 2. August: Drei Boote in Seenot im westlichen Mittelmeer, Watch the Med kontaktiert die spanische Rettungsorganisation Salvamento Maritimo. Doch es kommt zu Rückschiebungen durch die Marokkanische Marine und Auslieferung an die Polizei. Später berichten Passagier_innen von Sichtkontakt zur spanischen und marokkanischen Küstenwache sowie einem deutschen Schiff, die allesamt die eindeutige Seenot ignoriert haben. 1. August: …

Seit Oktober 2014 ist das Alarmtelefon in Betrieb, initiiert von Akteur_innen und Netzwerken in Europa und Nordafrika. Aktivist_innen sind rund um die Uhr in Teams im Einsatz, um diese selbstorganisierte Hotline in diversen Sprachen zu betreuen, Infrastruktur aufrechtzuerhalten und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der EUropäischen Grenzpolitik zu lenken: „Warum wir das Mittelmeer beobachten? Weil wir nicht wollen, dass Menschen an den Grenzen sterben. 'An' im geographischen Sinn, aber auch im Sinne der Todesursache.“ 

Das Alarmtelefon wird dezentral und ehrenamtlich betreut. Für die kontinuierliche Arbeit wird nichtsdestotrotz laufend Geld benötigt: für Infrastruktur, um Satellitentelefone der Boatpeople anzurufen und diese online mit Guthaben aufzuladen, um Kampagnenmaterial zu erstellen, um Kontakt- und Recherchereisen in die verschiedenen Transitregionen zu unternehmen.

Die IG BILDENDE KUNST teilt die Watch the Med-Kritik am tödlichen EUropäischen Grenzregime. „Wir fordern Bewegungsfreiheit für alle! Im Sommer 2015 weisen wir mit Watch the Med-Plakaten in den Schaufenstern der IG BILDENDE KUNST auf die wichtige Arbeit des Alarmtelefons hin und rufen auf, die Initiative zu unterstützen.“, so der Vorstand der IG BILDENDE KUNST.

Kurzfristig zielt das Alarmtelefon darauf ab, Rettungsaktionen zu initiieren, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Politisches Ziel ist aber allemal „das Mittelmeer zu einem Ort der Solidarität zu verwandeln mit offenen Grenzen für alle Menschen.“ Denn wie Watch the Med-Aktivist_innen betonen: „Das Alarmtelefon ist nicht die Lösung für die Probleme im Mittelmeer; es ist nur eine notwendige Intervention, solange die Lösung - Bewegungsfreiheit - nicht umgesetzt wurde.“ 


WATCH THE MED Spendenkonto
Forschungsgesellschaft Flucht und Migration
Sparkasse der Stadt Berlin
Bitte Verwendungszweck angeben: Watch the Med
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BIC: BELADEBEXXX 

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Watch the Med! Alarm Phone (Anklicken: Fotos von den Plakaten)
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