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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Partizipatorisches Ausstellungsprojekt


Versuchsanordnung widerspenstigen Handelns

Kollektive Formen des Austauschs über emanzipatorische Strategien und solidarische Verbindungen

 

Konzept: Elke Smodics
Gemeinsam mit Carla Bobadilla, Vlatka Frketić, Belinda Kazeem-Kamiński

Ausstellungsdauer: 24. März bis 12. Mai 2017
Eröffnung: 23. März 2017, 19 Uhr

»Von welcher politischen Perspektive aus träumen wir, sehen wir, sind wir schöpferisch tätig und bringen etwas in Gang? Es geht darum, die Bilder umzuwandeln, Alternativen zu schaffen.« (bell hooks, 1994)

Fragen nach kollektiven Praxen sind ohne partizipativen Prozess nicht denkbar. Sie beeinflussen zunehmend künstlerische, vermittlerische und kuratorische Tätigkeiten in Ausstellungsprojekten. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Vielstimmigkeit. Was heißt es im Zusammenhang von Kunstprojekten, Ausstellungen und Vermittlungsprogrammen „Teilnehmen“ und „Teilgeben“?

Mit »Versuchsanordnung widerspenstigen Handelns« wird ein Experimentierfeld für Fragen nach Handlungsräumen zur Disposition gestellt. Unterschiedliche Wissensformen können aufeinandertreffen, unerwartete Begegnungen (Irit Rogoff) und aktive Auseinandersetzungen stattfinden. Entgegen eines kanonisierten Wissenstransfers bietet das Ausstellungsprojekt – gleich einer Kontaktzone – Raum für Austausch und Aushandlungsprozesse.

Die künstlerischen Arbeiten von Carla Bobadilla, Vlatka Frketić und Belinda Kazeem-Kamiński bilden den Ausgangspunkt für den Handlungsrahmen für emanzipative Prozesse. Sie untersuchen rassistische, sexistische, klassistische und anderen diskriminierende gesellschaftliche Konstrukte und spüren Veränderungspotenzialen nach.

Die Ausstellung möchte nicht den Weg der Repräsentation gehen, sondern versteht sich als offener Raum für Prozesse des Austauschs von antidiskriminierenden Wissensformen und beschäftigt sich mit Fragen wie: Welche Handlungsräume entstehen durch künstlerische und vermittlerische Kollaborationen? Was können wir durch Wissens(aus)tausch voneinander lernen?

Von Kollaborationen aus denken. Hierarchische Ordnungen den Kampf ansagen. Somit stellen Fragen nach partizipativen Methoden in Bezug auf Verhandlungen von sozialen Praxen im Kunstfeld einen Fokus im Rahmen des Jahresthemas „gemeinsam Handeln“ der IG BILDENDE KUNST dar. Aus antidiskriminatorischer und postkolonialer Perspektive wollen wir vorherrschende Ungleichverhältnisse und das angeeignete spezifische Wissen über verschiedene Machtverhältnisse im künstlerischen Feld, im politischen Aktivismus und in der kritischen Kunstvermittlung unter die Lupe nehmen. Wir gehen der Verwobenheiten von normativen Größen nach, fragen nach widerspenstigen Strategien und wollen Konsequenzen für ein gemeinsames solidarisches Handeln ziehen.

Folder [PDF, 3,2MB]


Rahmenprogramm

Donnerstag, 06.April 2017, 19 Uhr
Lecture Performance «Past | Present | Future»  mit Sira Zoe Schmid

Ein umfangreiches Archiv zum Thema Frauen als Kunstschaffende. 30 Künstlerinnen I 30 Fragebögen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Frauen als Kunstschaffende. Wie positionieren sie sich in der heutigen Kunstwelt, wie sehen ihre Produktionsbedingungen aus… 

 

Donnerstag, 20. April 2017, 10 bis 12 Uhr
Read-In, Diskussion und Screening  mit Belinda Kazeem-Kamiński

Eingeladen sind an lehren und lernen Interessierte, um ausgehend von James Baldwin’s A Talk to Teachers  (1963) über die Herausforderungen des Lehrens und Lernens, sowie den Umgang mit Diskriminierung innerhalb universitärer Strukturen zu diskutieren.

Beschränkte Teilnehmer*innenzahl.
Anmeldung unter galerie@igbildendekunst.at


Donnerstag, 27. April 2017, 11 bis 14 Uhr
Workshop: gemeinsam handeln  mit Vlatka Frketić

Fragen nach Teilhabe/Teilgabe und das verstrickte Nebeneinander von Gegensetzen im Wissenstausch werden verhandelt. 



Freitag, 5. Mai 2017, 16 bis 19 Uhr
Der Spaziergang als kollektive Methode des Verlernens mit Carla Bobadilla


Bei einem Streifzug durch den ersten Bezirk, der an Orte des kulturellen Erbes des Kolonialismus führt, findet eine performative Begegnung mit historischen Fakten statt. Treffpunkt: IG BILDENDE KUNST

 

>> English version

 

 

Elke Smodics, Komposition mit Vlatka Frketićs Gedichten
Magazin Past Present Future, Sira-Zoé Schmid, Bildcredits: Markus Obendorfer
Bild: Carla Bobadilla

Galerie IG BILDENDE KUNST
Gumpendorfer Straße 10-12
1060 Wien
Tel. +43 (0)1 524 09 09
galerie(at)igbildendekunst.at
Di + Mi 13 – 18 Uhr
Do + Fr 10 – 15 Uhr