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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Mitgliederprogrammreihe

SALON IG

23. Mai - 20. Juni 2017

Salon IG sind wöchentliche Präsentationen und Veranstaltungen von Mitgliedern der IG BILDENDE KUNST: Im Fokus dieses Formates steht nicht primär das Ausstellen der eigenen künstlerischen Arbeit, sondern die Vorstellung und Diskussion eigener Ideen und Projekte - sowohl im Entstehungsprozess als auch realisiert.

Mit dem SALON IG schaffen wir eine Plattform, um abseits eines klassischen Ausstellungsformates aktuelle Projektverläufe, Herangehensweisen und Ideenfindungsprozesse vorzustellen. Wir wollen diese zur Diskussion stellen, transparent machen und dokumentieren. In der letzten zwei Ausgaben des Salons lud die IG zu jeder Präsentation eine Kuratorin/einen Kurator bzw. eine Kunstkritikerin/einen Kunstkritiker als Gast ein, die/der mit der Künstlerin/dem Künstler in einen Dialog trat, Fragen stellte, moderierte und mit dem Publikum diskutierte. Somit wurde eine Gesprächssituation zwischen der Künstlerin/dem Künstler und einer Kuratorin/einem Kurator hergestellt. Dieses Präsentationsformat wurde von den Mitgliedern als sehr konstruktiv und bereichernd für die weitere künstlerische Laufbahn empfunden.
Für die diesjährige Ausgabe von SALON IG konnten wir Elke Krasny, Claudia Slanar und Ruth Weismann als Gesprächspartnerinnen gewinnen.

Kuratiert von Vasilena Gankovska (Vorstand der IG BILDENDE KUNST).

 

Programm


Di, 23.Mai

Körper besprechbar machen

Veronika Merklein im Gespräch mit Claudia Slanar

Anhand ihres Archivs führt Veronika Merklein Körperdarstellungen in den Medien zusammen und stellt die Hintergründe ihres aktuellen Arbeitszyklus „Redefining Fat Identity“ vor. Im Dialog setzt sie sich einem kunstaffinen Publikum aus und bespricht dabei Werkbeispiele, Begriffe und Ideen.

Veronika Merklein

Die 1982 in Deutschland geborene Künstlerin Veronika Merklein lebt und arbeitet hauptsächlich in Wien (AT). Als Künstlerin arbeitet sie in verschiedenen Medien (Performance, Essen, Text, Fotografie, Objekt, Installation, Gemeinschaftsarbeiten) mit dem Schwerpunkt Performancekunst. Ihr Arbeiten drehen sich um Performancekunst immanente Themen, popkulturelle Phänomene sowie "das reine, brutale (innere) Leben der Menschen". Ausgehend von ihrem eigenen Körper untersucht sie derzeit Körper- und Nahrungsmittelpolitiken als künstlerischen Schwerpunkt.

Veronika Merklein genoss ihre künstlerische Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste Wien und der Kunsthochschule Kassel. Sie präsentierte ihre Arbeiten u.a. in der Defibrillator Gallery, Chicago (US), im Neuen Kunstverein Wien (AT), Kaskadenkondensator, Basel (CH), Fridericianum, Kassel (D), Secession, Wien (AT), Kiasma , Helsinki (FI) und immer wieder auch zu Hause. Veronika Merklein erhielt Stipendien ua. des Österreichischen Kulturforums New York City, des Österreichischen Bundeskanzleramts, des österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, des österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und der Akademie der bildenden Künste Wien.

www.veronikamerklein.com


Mi, 31.Mai

LIQUID DESERT/LIQUID LANDSCAPES
Exploring the borders of photography and landscape

Christiane Peschek im Gespräch mit Ruth Weismann

Das Projekt LIQUID DESERT entstand im November letzten Jahres als Research Projekt zum Thema konstruierter vs. realer Natur. In diesem Projekt befasse ich mich mit Landschafts- und Kulturprojektionen, der gedanklichen Vorstellung und Komposition einer fremden Flora und Fauna im Kontext der Musealisierung von Landschaft. In Zusammenarbeit mit dem Museum Haus der Natur in Salzburg und Kooperationspartner_innen in Chile beschäftige ich mich mit dem Mythos der Realitätsbehauptung der Fotografie. Ich arbeite mit der konstruierten Natur im Museum als auch den realen Extremen in der Landschaft der Atacama Wüste in Chile. Aus dem gesammelten Material konstruiere ich mögliche neue - virtuelle - Landschaften.

Die Präsentation beim SALON IG 2017 ist als Installation Lecture angelegt, wobei ich sowohl meine theoretischen und konzeptionellen Ansätze mit Bildmaterial vortrage, als auch eine begehbare Installation mit Artefakten jener virtuellen Landschaften zeige.

Christiane Peschek

Christiane Peschek studierte an der Universität Mozarteum in Salzburg sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, darunter You disappeared in complete silence, (2016) Varfók Gallery Budapest und Gallery A ILHA, Lissabon, Invisibles Galerie Bildraum 07, Wien. In 2014 erhielt sie das Staatsstipendium für künstlerische Fotografie durch BKA Österreich. Sie lebt und arbeitet in Wien und Salzburg.

www.280a.org
www.christianepeschek.com


Di, 6. Juni

Thinking about Artists

Nika Kupyrova im Gespräch mit Elke Krasny

Das Gespräch findet in englischer Sprache statt

Im Feld der Kunst schlagen ProfessorInnen, KuratorInnen und KollegInnen üblicherweise vor, Werke von bestimmten KünstlerInnen im Hinblick auf die eigenen Praxis anzusehen. Als Geste an sich interessant, stellen diese Empfehlungen eine komplexes Wechselspiel aus Referenz, Imitation, Originalität und Plagiat dar. Da die Vorschläge aus der wahrgenommenen Ähnlichkeit zwischen den Kunstwerken resultieren, sind sie gleichzeitig eine der wenigen Gelegenheiten, Einblick darin zu gelangen, wie die eigene Arbeit eingeschätzt wird.

Thinking about artists ist die Auswahl von fünf künstlerischen Methoden, die Nika Kupyrova in den vergangenen Jahren auf einer Liste derartiger Empfehlungen gesammelt hat. Die als offene Serie konzipierte Arbeit versteht die Künstlerin als bewusste Antwort auf die wahrgenommene Verbindung zwischen ihren eigenen Arbeiten und jenen der ihr empfohlenen KünstlerInnen.

Nika Kupyova

Die in 1985 in Kiev geborene Künstlerin Nika Kupyrova lebt in Wien und Prag. Sie schloss ihr Masterstudium an der Universität für angewandte Kunst Wien ab. Sie hat bereits zahlreiche Projekte realisiert, darunter A ditto, ditto device / Franz Josefs Kai 3 / Wien (2017), Working Knowledge / Galerie AMU / Academy of the Performing Arts in Prag (2017), Rethinking / Kunstverein das weisse haus / Wien (2016). Sie ist nominiert für Kapsch-Preis 2017.

www.nikakupyrova.com

Thinking about Artists

Nika Kupyrova talks with Elke Krasny about her project

Within the art context, it is fairly common for professors, curators and peers to recommend me to look at the work of certain known artists in relation to my own artistic practice. Interesting as a gesture in itself, these recommendations propose a complex interplay between reference, imitation, originality and plagiarism. As the recommendations originate in the perceived similarity between the works, they are one of the few opportunities to gain insight into how my own work is regarded.

Thinking about artists is a selection of artistic strategies from the list of recommendations I have collected over the years. I see this project, designed as an on-going series, as a conscious response to the perceived connection between my own work and the works of the recommended artists.

Nika Kupyova

Nika Kupyrova was born 1985 in Kiev, Ukraine. She lives and works in Vienna and Prague. Some of her most recent projects include A ditto, ditto device / Franz Josefs Kai 3 / Vienna (2017), Working Knowledge / Galerie AMU / Academy of the Performing Arts in Prague (2017), Rethinking / Kunstverein das weisse haus / Vienna (2016). She has been nominated for Kapsch-Preis 2017.

www.nikakupyrova.com


Mi, 14. Juni

Mit Abwesenheit glänzen

Angelika Wischermann im Gespräch mit Claudia Slanar

Angelika Wischermann ist seit Jahren als Performance-Künstlerin tätig. Ein Aspekt beschäftigt sie dabei intensiv, nämlich der Ereignischarakter und der theatralische Moment, welche eine Live-Performance bei einer Vernissage inne wohnt. Sie hat viele Versuche unternommen, um diesen Moment auszuschließen, um ihre Performances in jener Ruhe aufzuführen die sie ihrer Meinung nach brauchen.
Die Handlung und nicht der eigener Körper stand für sie schon immer im Vordergrund. Im Arbeitsprozess stellte sich mehr und mehr die Frage nach einer Art von Performance-Kunst, worin ihr eigener Körper – ja sogar jeder menschliche Körper – ausgeschlossen ist. Wie aber ist es möglich den Körper auszuschließen während weiterhin die Handlung im Vordergrund steht? Ist es möglich Handlungen in Objekte einzuschreiben, so dass diese anstelle des Körpers von den Handlungen berichten? Ihre Performances beschäftigen sich mit sehr lang andauernden Handlungen. So spielt der Körper zwar für die Erstellung des Werks weiterhin eine wichtige Rolle, im Werk selbst ist er aber nicht mehr sichtbar.

Im Rahmen ihres Vortrags mit anschließendem Gespräch reflektiert Angelika Wischermann darüber, ob der Körper und die Anwesenheit der Künstlerin/des Künstlers für die Perfor­mance essentiell sind und ob es Wege und Mittel gibt den eigenen Körper aus der Performance auszu­schließen.

Angelika Wischermann

Angelika Wischermann studierte Bildhauerei und Miltimedia an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Erwin Wurm und Martin Walde und schloss dort ihr Studium mit Auszeichnung in 2013. Im Jahr 2014 erhielt sie das START Stipendium durch BKA Österreich. Sie lebt und arbeiten in Wien.

www.angelikawischermann.com


Di, 20. Juni

Balanceakt Urheberrecht und Kunst – Wenn Fotografien verändert werden

Do Laura Heneis und Barbara Huber im Gespräch mit Ruth Weismann

Künstler_innen können in der Regel eines besonders gut: Ihrer Kreativität freien Lauf lassen und neue Dinge entstehen lassen. Aber was geschieht, wenn Künstler_innen bestehende Fotografien (urheberrechtlich geschützte Lichtwerke) verändern, zuschneiden oder auf andere Art und Weise bearbeiten? Oftmals bewegen sie sich dann am Rande der Legalität. Das Urheberrecht greift mit seinen zahlreichen Bestimmungen und schränkt Künstler_innen in Ihrer Gestaltungsfreiheit ein. Welche Stolperfallen gibt es für Künstler_innen? Welche Möglichkeiten bleiben ihnen offen? Diese und mehr Fragen soll der Dialog beantworten. Unterstützt wird der Dialog durch zahlreiche Fotobeispiele, die via Beamer präsentiert werden.

Do Laura Heneis ist seit 2004 selbständige Berufsfotografin in eigenem Unternehmen. Ihre Schwerpunkte sind authentische Fotografie, Werbung und Marketing. Seit 2011 ist sie überdies als selbständige Werbefachfrau tätig und hat sich auf Empfehlungsmarketing für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert. Gemeinsam mit Mag. Barbara Huber publizierte sie beim Lexis Nexis-Verlag den Praxisleitfaden „Urheberrecht für Fotografen“.

www.dolauraheneis.eu

Mag. Barbara Huber ist seit 2011 als Gründungs- und Unternehmensberaterin in eigenem Unternehmen tätig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung von Unternehmen der Kreativwirtschaft in Fragen der Positionierung durch Storytelling. 2005 bis 2011 betreute sie als selbständige Steuerberaterin Unternehmen der Dienstleistungs- und Kreativbranche. Gemeinsam mit Do Laura Heneis publizierte sie beim Lexis Nexis-Verlag den Praxisleitfaden „Urheberrecht für Fotografen“.

www.barbara-huber.at



Ausschreibung Salon IG [PDF]


Nika Kupyrova, “Thinking about Constantin Brancusi” (2016) aus der Serie “Thinking about artists”, Holzfaserplatte, Vergoldung (Imitat), 10 Objekte, je 40x23x13 cm
Angelika Wischermann, „Recht schön gelegen“ (2016), Installation, 200 x 300 cm
Do Laura Heneis/Barbara Huber, Bildnachweis: Bernd Ertl
Christiane Peschek, aus LIQUID DESERT, Installationsansicht, Bilderdruck auf PVC, Atacama Wüste, Chile 2017
Veronika Merklein, Foto: Rebecca Memoli

Galerie IG BILDENDE KUNST
Gumpendorfer Straße 10-12
1060 Wien
Tel. +43 (0)1 524 09 09
galerie(at)igbildendekunst.at
Di + Mi 13 – 18 Uhr
Do + Fr 10 – 15 Uhr