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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Mitgliederprogrammreihe

SALON IG

 

Eröffnung: Donnerstag, 11. Juni 2015
Ausstellungsdauer bis 7. Juli 2015

Eine Programmreihe mit Mitgliedern der IG BILDENDE KUNST

Salon IG sind wöchentliche Präsentationen und Veranstaltungen von Mitgliedern der IG BILDENDE KUNST: Im Fokus dieses Formates steht nicht primär das Ausstellen der eigenen künstlerischen Arbeit, sondern die Vorstellung und Diskussion eigener Ideen und Projekte - sowohl im Entstehungsprozess als auch realisiert.

Der Salon IG stellt dafür einen Rahmen zur Verfügung; die Galerie IG BILDENDE KUNST wird dabei zum Labor für Definitionsprozesse, zur Kommunikationsplattform und zum Ort des Austausches zwischen Mitgliedern und Besucher_innen.
An mehreren Abenden können Mitglieder der IG BILDENDE KUNST den Ort als Plattform nutzen, um verschiedenste Projekte oder Themen einem Publikum zu präsentieren.

Diesmal lädt die IG BILDENDE KUNST erstmals zu jeder Präsentation eine_n Gastkurator_in ein, die_der mit der Künstler_in in einen Dialog tritt, Fragen stellt, moderiert und mit den Besucher_innen diskutiert. Im Zwiegespräch werden aktuell wichtige Fragestellungen erörtert.

Als Kurator_innen dürfen wir in diesem Salon IG Marissa Lôbo und Martin Fritz begrüßen!

 

PROGRAMM

Beginn: jeweils 19 Uhr

DO, 11. JUNI 2015:

Katharina Swoboda

Zoographics

Im Gespräch mit Martin Fritz

 

Das Projekt Zoographics beschäftigt sich mit zoologischen Gärten und Architekturen für Tiere. Sowohl der Zoo als auch das Kino sind Erfindungen der Moderne, die mit „lebenden Bildern“ arbeiten. In der Präsentation wird Katharina Swoboda Ausschnitte aktueller Videoarbeiten zeigen und gleichsam auf (film-)theoretische und künstlerische Positionen verweisen, welche den Zoo als Dispositiv untersuchen. Hierbei geht sie davon aus, dass Zoos Vorstellungen von „Natur“ produzieren und diese auf bestimmte, nämlich „anthropozentrische“ Weise repräsentieren. In der künstlerischen Arbeit richtet sie ihren Fokus auf die Zooarchitekturen, da diese die Blicke auf die Tiere „strukturieren“: Genauso wie filmische Verfahrensweisen, z.B. Einstellungsgröße und Schnitt, den Blick auf das (Film-)Tier konstruieren und somit bestimmte Aussagen erzeugen, lenkt die Architektur in zoologischen Gärten den Blick und kreiert somit eine bestimmte Idee vom Tier.

 

DI, 16. JUNI 2015:

Markus Kircher

Die völlige Bibliothek

Im Gespräch mit Martin Fritz

 

In seinem Projekt Die völlige Bibliothek arbeitet Markus Kircher mit Künstlerbüchern. Er malt und zeichnet direkt in die Bücher; diese sind nicht Skizzenbücher, sondern als eigene Arbeit zu sehen und zu verstehen.
Alles, das landläufig öffentlich präsentiert wird, unterliegt der Selektion, daher der Auswahl der Arbeiten auf ihre potentielle "Meisterschaft". Kircher misstraut dem Geniemythos und sagt daher "Nein" zur Selektion. Er plädiert für ein vorbehaltloses "Ja" zum "machen" um so dem auferlegten Leistungsdruck des "gelungenen Werkes" zu entkommen. Auf das Buch fällt seine Wahl als Medium. Das Schöne am selbstgemachten Buch lässt ihn das "Haustier" Buch füttern, streicheln, rein- und rauslassen. Tier, weil das unselektierte Arbeiten unberechenbar ist; Haustier, weil die weil die freigesetzten Kräfte gemäßigt domestiziert sind. Das klassische, herkömmliche Buch schafft Rahmenbedingungen, wo alles Platz hat, was die Rahmenbedingungen nicht sprengt!

 

MI, 24. JUNI 2015:

Katharina Brandl

Protect Me...

Im Gespräch mit Martin Fritz

 

Katharina Brandl stellt ihre Videoarbeit PROTECT ME... FROM WHAT... I WANT vor: Das Video ist eine Anlehnung an die Konzeptkü̈nstlerin Jenny Holzer und ihre Arbeiten mit Led-Leuchttafeln auf den Times Square in New York (1982). Die vielen Überwachungskameras in einem Shopping – Center und ihre Bildschirmü̈bertragungen auf eine große Wand inspirierten Katharina Brandl, daraus eine eigene Arbeit zu entwickeln. Diese nimmt Bezug auf den Wunsch, beschützt zu werden (protect me) und setzt sich ebenso kritisch mit unserem Konsumverhalten (i want) auseinander.
Die drei Protagonist_innen positionieren sich in an verschiedenen Orten und zeigen jeweils einen Teil der Trilogie des Textes. Es entsteht zeitweise eine Interaktion mit BesucherInnen des Einkaufszentrums. Die Bildschirmwand wird so gefilmt, dass der vollständige Text für die Betrachter_innen lesbar wird. 

 

DI, 30. JUNI 2015:

Claudia Rohrauer

Photo Trekking & afterimages

Im Gespräch mit Marissa Lôbo

 

Das Reisen ist zu einem essentiellen Teil von Claudia Rohrauers Kunstproduktion geworden. Die besuchten Gebiete werden zu Forschungsfeldern für Feldforschungen, während das Atelier den abstrakten Raum der Weiterverarbeitung darstellt. In diesen Prozessen geht es immer um das Pendeln zwischen Erfahrungs- und Denkräumen. Dieser Transfer, den die Arbeit während ihrer Entstehung durchläuft, fließt auf einer inhaltlichen Ebene mitein und wird somit sichtbar. Vor diesem Hintergrund wird das Künstlerbuch PHOTO TREKKING und die daran anschließenden Fotoserie afterimages #1-3 vorgestellt.

 

DI, 07. JULI 2015:

Vinko Nino Jaeger

Der sichtbar unsichtbare Körper

Im Gespräch mit Marissa Lôbo

 

„Es bliebe, nicht über den Körper zu schreiben, sondern den Körper selbst. Nicht die Körperlichkeit, sondern den Körper. Nicht die Zeichen, Bilder, Chiffren des Körpers, sondern den Körper.“[1]

Mit dem Körper ist es wie mit der Zeit, von der Augustinus sagt, dass sie einem jeden vollkommen vertraut sei, dass jedoch keiner sie dem anderen zu erklären vermag. Oder: „Sie [die Philosophie] setzt sich zum Ziel, den Dingen selbst aus der Tiefe ihres Schweigens zum Ausdruck zu verhelfen.“[2]

Der Künstler Vinko Nino Jaeger setzt sich in diesem Spannungsfeld mit seiner Kunst, dem Sichtbar Unsichtbaren Körper, und philosophischen Annäherungen dazu auseinander.


[1] Nancy, Jean-Luc: Corpus, diaphanes, Zürich-Berlin 2014, S. 14

[2] Merleau-Ponty, Maurice: Das Sichtbare und das Unsichtbare: gefolgt von Arbeitsnotizen, Fink, München 2. Auflage 1994, S. 18

 

 

Galerie IG BILDENDE KUNST
Gumpendorfer Straße 10-12
1060 Wien
Tel. +43 (0)1 524 09 09
galerie(at)igbildendekunst.at