AusschreibungsprojektNOTES ON MEMORIES
„1960 kann eine 80 jährige Person Zeugnis ablegen über Ereignisse die sich um 1830 zugetragen haben, wenn sie im Alter von 15 Jahren, also 1895 den Erzählungen ihres Großvaters zugehört hat, der 1815 geboren wurde.“ Mit „notes on memories“ wird die Ausstellung „notes on archives (2007)“ fortgeführt. Dabei richtet sich der Fokus weniger auf eine weitere kuratorische Zuspitzung postkolonialer Fragestellung verhandelt mit den Mitteln der bildenden Kunst; vielmehr werden in kollektiver Praxis Narrationen künstlerischer Geschichtsschreibung aus feministisch postkolonialer Perspektive recherchiert und auf ihr widerständiges Potential befragt: Geschichte auf frischer Tat zu ertappen – wie sie sich neu konstituiert durch Wiederholungen von vorgefassten Formen, d. h. durch das Wiederverwenden von vorgefundener Sprache. Wie sie im dialektischen Bemühen ausgehend von der Annahme einer bestimmten Gemeinschaft deren Existenz konstruiert, um sich durch diese Konstruktion für eine grundsätzliche Gemeinschaft auszusprechen. Dem setzt sich die Recherche entgegen; nicht die Kontinuität, nicht der Wandel vielmehr ein Anarchismus gegen das wie Geschichte so läuft stehen im Zentrum der Auseinandersetzungen. |



