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MISSBRAUCH. BILDER DAVON
Mit Beiträgen von:
Maria Arlamovsky, Katrina Daschner, Julie Doucet, Judith Fischer, Alex Gerbaulet, Elke Krystufek, Katharina Marak, Judith Moser, Otto Mühl, Ulrike Müller, Michaela Pöschl, Paul-Julien Robert, Hans Scheirl, Astrid Sodomka, Ute Stroer, Tanja Widmann
Kuratiert von:
Michaela Pöschl
Eröffnung: 8.3.2006, 19h Austellungsdauer: 8.3.-14.4.2006
Screenings und Diskussion: 10.3. 2006, 18.30 Top Kino, Ich spuck auf dein Grab (Meir Zarchi, USA 1978, 100 Min.). Screening, Input Marcella Stecher, Diskussion 11.3. 2006, 18.30 Double Feature: Top Kino, Monika M. (Karin Michalski, D 2003, 20 Min.) & Das Fest (Thomas Vinterberg, D 1998, 90 Min.), Screenings, Diskussion mit Karin Michalski 17.3. 2006, 18.30 IG Bildende Kunst, Opfer-Rede, Überlegungen zu einer Ethik der Repräsentation von Ungerechtigkeits- und Gewalterfahrungen von Frauen Maria Moser spricht über ihre am Institut für Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Wien 2005 beendete Dissertation. Vortrag mit Diskussion 18.3. 2006, 18.30 IG Bildende Kunst, Inszenierungen von Gewalt in Musikvideos Input Rosa Reitsamer (Videobeispiele), Diskussion 31.3. 2006, 18.30 Top Kino, Der Schlaf der Vernunft (Michaela Pöschl, A 1999). Screening, Input von Edith Futscher und Michaela Pöschl, Diskussion 1.4. 2006, 11-16 Uhr IG Bildende Kunst, Bilder unter Schmerzen, Erfahrungen mit queerer Pornografie Workshop mit Katja Wiederspahn (inkl. ausgewählten Film- und Videobeispielen) 6.4. 2006, 19.00 Top Kino, Naked Kiss (Samuel Fuller, USA 1964, 90 Min.) & Aileen Wuornos, Life and Death of a Serial Killer (Nick Broomfield, USA 2004, 90 Min.)
7.4. 2006, 18.30 IG Bildende Kunst, Kultur- und Sexarbeit Vortrag von Luzenir Caixeta und Rubia Salgado (www.maiz.at), Diskussion 13.4. 2006, 18.30 Top Kino, Salo oder die 120 Tage von Sodom (Pier Paolo Pasolini, I 1975, 115 Min.). Screening, Input Andrea Braidt, Diskussion 14.4. 2006, 18.30 Top Kino, Der Nachtportier (Liliana Cavani, GB 1973, 122 Min.). Screening, Input Marcella Stecher, Diskussion
Programmfolder [PDF, 420 KB]
Die Ausstellung Missbrauch, Bilder davon stellt alle Arten von Strategien, sexualisierte Gewalt ins Bild zu setzen, zur Diskussion: Wir lokalisieren systemerhaltende Bilder, Bilder von Vergewaltigungen, die nicht als solche gelesen werden: Darstellungen der Hochkunst wie z.B. Leda mit dem Schwan oder Danae mit dem Goldregen. Diese Bilder stützen ein patriarchales heteronormatives Herrschaftssystem. Zu den systemerhaltenden Bildern zählen weiters Mainstreambilder von "Tätern" und "Opfern": etwa die Strategie der FPÖ, "den schwarzen Mann", den anderen als Täter abzubilden, sowie die im öffentlichen Raum ebenso präsente Opferikonografie der Caritas, die zum Helfen auffordert. Beide Strategien verleihen BetrachterInnen ein erhabenes Gefühl, das Gefühl, helfen zu können, das Gefühl, selbst keinE TäterIn zu sein.
Auf der anderen Seite existieren systemkritische Bilder, die TäterInnenschaft als strukturelles Problem aufzeigen. Sie fokussieren auf das System, das Missbrauch hervorbringt und begünstigt, nicht auf "den/die EinzeltäterIn", erproben Gegenstrategien zur Reviktimisierung von Opfern und produzieren Bilder von sg. "Opfern" die zurückschlagen, fordern und für sich selbst sprechen können. Diese kritischen Handlungs- und Bildstrategien stehen im Zentrum der Ausstellung "Missbrauch, Bilder davon", sie werden miteinander verglichen, kritisch be- und hinterfragt und in einen größeren Kontext systemerhaltender Bilder sexualisierter Gewalt gestellt. Wie arbeiten die Bilder? Welche Strategien werden sichtbar? Welche Macht haben sie? Wie werden Opfer, wie TäterInnen ins Bild gesetzt? Von besonderem Interesse scheint uns eine differenzierte Betrachtung der Rollen von Opfer und TäterIn.
Die Ausstellung Missbrauch, Bilder davon mit ihrem dem Thema sowie dessen vielfältiger künstlerischer Ausformulierung angemessenem umfangreichem Rahmenprogramm versammelt Bilder und Diskurse, die das in Spielfilmen ausgeschlachtete Thema Vergewaltigung - in Wirklichkeit oft unaussprechlich - kritisch aufgreifen und dafür unterschiedliche Öffentlichkeiten herstellen. Zur Sprache kommen diverse Arten sexualisierter Gewalt, (mütterliche) Fürsorge, deren Folgen sowie Praxen der Zufügung von Schmerz. Die Ausstellung versammelt alltägliche Gebrauchsgegenstände wie T-Shirts und Plakate, Fotos, Videos, Filme und Illustrationen aus Zeitschriften, verschiedene Versionen mainstreamiger und systemkritischer Bilder sexualisierter und sexueller Gewalt. Screenings und Diskussionen im Top Kino (www.topkino.at) und der Galerie IG BILDENDE KUNST.
Wir danken >>
Galerie IG BILDENDE KUNST Gumpendorfer Straße 10-12 1060 Wien Tel. +43 (0)1 524 09 09 galerie(at)igbildendekunst.at
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Plakatausschnitt/ FrauenLesbenKollektiv 2004 |