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Die IG BILDENDE KUNST ist die Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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born to be white

Arbeiten im Detail



Fatih Aydogdu
(A)
Dirty Tones. ‘You Don't Care.'
(Soundscape, 2005)

Welche Töne gelten für Weiße als „Dirty Tones“? Westliche KritikerInnen haben für die spezielle Art der Intonation in der afrikanischen, asiatischen oder afroamerikanischen Musik den Begriff „dirty tone“ geprägt. Diese so genannten „Dirty Tones“, welche als „falsch spielen“ gedeutet werden, beinhalten Viertel- und Achteltöne. Diese werden von Weißen als „schmutzig“ empfunden. Fatih Aydogdu fragt nach den Gründen für diese Fehleinschätzung.


BUM – Büro für ungewöhnliche Maßnahmen
(A)
Deutsch für Inländer“
(Posterserie, S/W, 4 Sujets, 2003/2004)

Die Plakatserie „Deutsch für Inländer“ wirbt für eine verpflichtende Integrationsleistung seitens der österreichischen MehrheitsbürgerInnen. In sechs unterschiedlichen Textplakaten, deren Slogans grammatischen Deklinationen ähneln, postuliert BUM auf oft bissige Weise, was MehrheitsbürgerInnen schon lange wissen (sollten): „Ich habe Vorurteile. Du hast Vorurteile. Das ist unser Vorteil.“ Mit kleinen sprachlichen Feinheiten wie diesen, die das Plakat weiß auf schwarz in großer Schrift füllen, werden einige Veränderungen gefordert.


Melissa Gould
(USA)
"Souvenir Wien 1938 Schrubb-Bürste" und "Sara / Israel Zahnbürste" aus ihrer Installation "Schadenfreude"
(Fotos, S/W, 2 Sujets, 1993)

Diese beiden "unmöglichen" Bilder "Souvenir Wien 1938 Schrubb-Bürste" und "Sara / Israel Zahnbürste" thematisieren die alltägliche antisemitische Hetze während des Zweiten Weltkriegs. Indem die Künstlerin an die spezifischen Formen der Demütigung von Juden/Jüdinnen in Österreich erinnert, holt sie die bislang unmarkierten Momente in der Geschichte in die Gegenwart.


Kanak TV
(D)
Weißes Ghetto
(Video, 8 Minuten/2002)

Im Video „Weißes Ghetto“ untersucht Kanak TV das wohlhabende und homogene Viertel Köln-Lindenthal. MigrantInnen werden in diesem Viertel vergeblich gesucht. Kanak TV fragt, womit das zusammenhängt: Schotten sich die Deutschen ab? Ist Köln-Lindenthal ein weißes Ghetto? Kanak TV ist diesen Fragen nachgegangen.


Kanak TV
(D)
Recolognize Cologne
(Film, 43 Minuten, 2004)

„Recolognize Cologne“ ruft die verdrängte Geschichte kolonialer Eroberungspolitik Deutschlands am Beispiel Kameruns in Erinnerung. Durch die Thematisierung der heutigen Präsenz von Menschen aus den ehemaligen deutschen Kolonien verdeutlicht der Film Kontinuität und Entwicklung von rassistischer Erfassung, Kontrolle, Stereotypen und Klischees, aber auch den Widerstand dagegen. „Recolognize Cologne“ wirft die Frage nach globaler Bewegungsfreiheit auf.


Anna Kowalska
(A)
Weißwerden
(Collage, 2005)

Wie und ob Weißheit sichtbar wird, ist innerhalb verschiedener historischen, kulturellen und biographischen Zusammenhänge veränderbar. Das macht weiß-Seinals politische und gesellschaftliche Kategorie sichtbar, die dem Zweck dient, einer (weißen) Mehrheit ihre privilegierte Stellung zu sichern. Weiß-Sein wäre demnach das Produkt einer kollektiven Imagination, das ausschließlich durch die Existenz der „Anderen“ definiert werden kann. Ein Produkt, das durch das daran gekoppelte Versprechen von Macht begehrenswert erscheint.