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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Heft Herbst 2015

Imaginarios (Bildpolitiken II)

 

Bildpolitiken und Vorstellungswelten nach dem visual turn: Die Visual Cultural Studies haben die Fragen des Sehens in den Mittelpunkt ihres Interesses gerückt. Dabei haben sie ikonographische, bildsemiotische und Repräsentationsfragen aufgegriffen und diskutiert, kaum berücksichtigt blieben aber „Aspekte der sinnlichen Wahrnehmung und der Materialität von Kultur“ (Sophia Prinz). Zehn Jahre nach der ersten, relaunchten Bildpunkt-Ausgabe zum Thema Bildpolitiken knüpfen wir einerseits an die damals besprochenen Debatten zwischen Bildwissenschaft, Kunst- und Kulturgeschichte an. Andererseits nimmt diese Jubiläumsausgabe auch neuere Entwicklungen und Brüche in den Diskussionen um die Politik der Bilder in einem weiten, auch die sinnliche Wahrnehmung sowie Macht und Ohnmacht der Dinge betreffenden Sinne in den Blick – und selbstverständlich die verschobenen Dominanzen in den Ansichtssachen dieser Welt.

 

 

Heft Sommer 2015

Etwas Besseres als die Nation (Transnationalismus)


Praktikum in der New Yorker Galerie, Stipendium für Mexiko-Stadt und die KollegInnen kommen ohnehin fast alle aus Südosteuropa: inter- und transnational ist das westlich geprägte Kunstgeschehen nicht erst seit es das Wort Globalisierung gibt. Aber ist es auch transnationalistisch? Gibt es also jenseits privilegierter Lebensläufe und Marktmechanismen auch Ansprüche, die über nationale Rahmungen von Biennale-Pavillons und anderen Denkräumen hinausgehen? Nicht erst der globale Handel und die Migrationsbewegungen haben antinationale Haltungen im Kunstfeld in organisatorische Zusammenschlüsse wie auch in künstlerische Produktionen gerinnen lassen. Der Bildpunkt fragt sich also diesmal: Wie steht es um Geschichte und Gegenwart künstlerischer Inter- und Transnationalismen, wo fanden und wo finden sie statt und wo kreuzen sie sich mit den Politiken der sozialen Bewegungen?



Heft Frühling 2015

Demokratie im Präsens


Während und weil der nationale Wettbewerbsstaat aufgerüstet und der Wohlfahrtsstaat abgebaut wird, muss wieder verstärkt über Demokratie gesprochen werden. Demokratie kann sich zum einen auf die Verfassung von Gemeinwesen beziehen, zum anderen beschreibt sie eine Regierungstechnik.
Als Legitimationslabel für Gewaltmaßnahmen ebenso oft bemüht wie für die schlichte Bewahrung des Status Quo, beinhaltet sie doch ein Versprechen auf soziale Gleichheit. Deshalb wurde auch in den letzten Jahren vor allem in den neuen Protestbewegungen auf Konzepte repräsentationskritischer, präsenzorientierter Demokratie rekurriert, die teilweise an libertäre Hier-und-Jetzt-Konzepte sowie gegenkulturelle Organisierungspraktiken anknüpften. Dies Bildpunkt-Ausgabe Demokratie im Präsenz tut so, als sei Demokratie ein Tu-Wort und aktiv in Jetztzeit, und interveniert in die Debatten um die „präsentische Demokratie“ (Isabell Lorey) und „Reinventing Democracy“(Dario Azzellini und Marina Sitrin) mit kunst- und kulturtheoretischen Perspektiven.