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Da freut sich die Lesbe in mir, dass es die Dicke getroffen hat

Vlatka Frketić

 

In der Beschreibung der vermeintlichen Vielfalt der Gesellschaft hat sich eine phantasievollrichtungsweisende Kreativität verfestigt. Nach dem Prinzip Eins-nach-dem-Anderen mit kraftvollen Argumenten, eigentlich würde alles auf einmal geschehen, doch behandelt wird es, weil doch sinnvoll, getrennt voneinander, angeblich um den Überblick zu bewahren und das Verständnis einer sogenannten Komplexität zu erleichtern für die, die verstehen sollen, wobei das eigentlich so gut wie keiner verstehen kann, weil es nicht um Verstehen geht und das versteht niemand. Dabei sind dieser zerstörerischen Kreativität keine Grenzen gesetzt, offenbar und offensichtlich funktioniert es für die einen außerordentlich zufriedenstellend, obwohl sich die anderen fragen, ob denn die Alte in ihnen froh sein sollte, wenn es die Schwule trifft und ob sich die Schwule aus der ganzen Geschichte raushalten kann, was ihr eigentlich sehr schwer fällt, weil irgendwie ist die Schwule mit der Alten dann doch verbandelt und die Fremde möchte auch nicht unbedingt sagen, die beiden sollen es unter sich ausmachen, weil was, wenn es sie dann auch trifft. Und warum wird so getan, als ob es nur eine von ihnen treffen könnte? Bekommen die anderen zu dieser Zeit Stubenarrest, währenddessen sie still sein müssen, weil sonst gibt´s eins auf die Finger oder woanders hin?

Und die Erfindung der Überschneidungen oder so ähnlich ist auch ganz schön spitzfindig, vielleicht waren die Erfinderinnen in einer Sackgasse und es fehlte ihnen der Pickel und die Schaufel oder ein Seil um die Wand einzuschlagen oder über die Wand zu klettern oder die Wand war zu hoch oder das Umdrehen war einfacher und nicht so schweißtreibend. Auf jeden Fall sind die Segel gesetzt und es geht frohen Mutes Richtung Horizont, weil da nie eine Sackgasse kommt, auch wenn es manchmal stürmt und alle so ziemlich durchgerüttelt werden, was jedoch niemandem größeren Schaden zufügt. Das wird wohl mit einer Art von Selbstgefälligkeit zu tun haben, welche manche Menschen wie ein Schleier umhüllt und nicht nur vor der Sonne schützt, auch vor anderen Unzulänglichkeiten, von denen hier nicht die Rede sein kann, weil sich gerade wieder unauflösliche Verbandelungen zeigen, welche, mit einem explosiven Verfahren vergleichbar, blaue Flecken und anderes verursachen, wobei sich die Fremde fragt, warum sie denn immer etwas abbekommt, wenn es denn die Dicke getroffen hat und die Schwule wie immer ihren Kopf herhalten muss für die Alte. Auch sind sie sich nicht einig darüber, ob dieses explosive Verfahren alle gleichzeitig trifft oder es doch eine Art Kettenreaktion ist, weil dann käme ja die eine vor dem anderen und so ist es dann doch nicht, weil angekettet aneinander waren sie nie, weil das könnte ja mit einer Säge gelöst werden und an eine Säge als Werkzeug hat noch niemand gedacht, nicht aus Mangel an Kreativität, eher weil eine Säge alle auf einmal in den Tod stürzen würde, was, gelinde gesagt, das Ende von Allem wäre.


Vlatka Frketić arbeitet in Wien und weit weit weg.