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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Heft Winter 2012

Eventisierung


Teil der Ökonomisierung des kulturellen Feldes ist auch die Destabilisierung von Strukturen, die vorher finanzielle und politische Kontinuitäten garantieren konnten. Zugleich verbreitet sich damit eine Logik der Projekte. Diese wird unter anderem durch die um sich greifende Eventisierung und Festivalisierung des gesamten Feldes vorangetrieben und äußert sich in ihr. Nicht nur die weltweite Inflation von Biennalen, auch die lokalen, das städtische Marketing flankierenden Events (Vienna Fashing Week,  Vienna Design Week, Wienwoche) sind Ausdruck dieser Entwicklung zwischen Globalisierung, Standortfaktor und Kämpfen um Freiräume. Kritische Diskurse und Praktiken werden innerhalb dieser kulturellen Transformationen wahlweise ausgegrenzt und inkludiert. Wie lassen sich sinnvolle emanzipatorische Akzente setzen? Sollen neue Kontinuitäten aufgebaut oder besser an alte angeknüpft werden? Über den Stellenwert von politischen Projekten in der „projektbasierten Polis“ (Boltanski/Chiapello) und andere Fragen zwischen den Events & Festivals debattiert diese Ausgabe des Bildpunkt.




Heft Sommer 2012

Übers Geld reden


Woher kommt das Geld zum Leben? Wie viel ist künstlerische Arbeit Wert? Und was bedeutet das konkret, beispielsweise in Euroscheinen? Die Frage nach dem Honorar ist (nicht nur) im Kunst- und Kulturbereich oftmals ein Tabu. Über Geld reden, lautet daher der Titel eines Arbeitsschwerpunkts der IG BILDENDE KUNST. Im Zentrum stehen dabei Arbeitsbedingungen von Künstler_innen mit Fokus auf die (finanzielle) Abgeltung von Arbeit.Darüber hinaus ist Geld, „das allgemeine Äquivalent aller Waren“ (Marx), im Kontext der Finanzkrise erneut zum Thema für soziale Bewegungen geworden: die so genannte Vernichtung des Geldes, seine falsche Umverteilung, das Geld als „das ‚Geltende’ schlechthin“ (Georg Simmel), also als etwas, das kulturell normierend wirkt.Übers Geld zu reden ist also auch für den Bildpunkt unvermeidlich, wenn es um strukturelle Hürden für künstlerische Produktion und politischen Aktivismus und die Frage geht, wie sie zu überwinden sind.

 

 

 

Heft Frühling 2012

dass etwas geschieht

In den Indignad@s- und Occupy-Bewegungen des Jahres 2011 lässt sich deutlich ein neuer Schub repräsentationskritischer Praktiken erkennen: Es wurden und werden nicht nur herrschende Stellvertretungen für inakzeptabel erklärt, sondern auch bestehende Formen von Darstellung und Vorstellung des Politischen hinterfragt. Kritik an Repräsentation stellt grundsätzlich weit mehr als die Frage danach, ob bestimmte Wirklichkeiten angemessen abgebildet sind. Das weiß auch der kunsttheoretische Diskurs, in dem spätestens seit den 1990er Jahren die Beziehungen zwischen verschiedenen Repräsentationen und ihr Verhältnis zu Macht und Subjektivierungen im Fokus stehen. Kunstproduktion und Ausstellungspraxis sind in eine postrepräsentationale Phase eingetreten, in der Tat, Praxis und Performance (wieder) in den Vordergrund treten: dass etwas geschieht.
Für Kunstproduktion und Bewegungspraxis sind die Grundlagen und Effekte der postrepräsentationalen Situation aber gleichermaßen umkämpft. Diesen Umkämpftheiten widmet sich die Ausgabe des Bildpunkt.