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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Bildpunkt Frühling 2020

Wachstumsprobleme


Größerwerden, mehr anhäufen, weiterkommen. Wachstum ist nicht nur das zentrale Dogma der kapitalistischen Ökonomie. Es ist darüber hinaus ein moralischer Imperativ, der auch die Entwicklung von Kreativität und Künsten begleitete. Neuheit und Weitersein waren die Essentials der Avantgarden. Wachstumsschwierigkeiten werden als Pathologien bekämpft, Verweigerung wird als zersetzender Stillstand und schädliche Stagnation diffamiert. Dabei sind die „Grenzen des Wachstums“ hinlänglich bekannt: Burnouts sind karrierebegleitende Dauerbrenner, während uns der warme Wind der ökologischen Katastrophe alltäglich um die Ohren weht. In den letzten Jahren haben sich verschiedene wachstumskritische degrowth-Bewegungen formiert, die Mythos und Wirklichkeit des Wachstumswahns angreifen. Zeitgleich gibt es im Kunstfeld mehr und mehr Aufmerksamkeit für ökologische Belange. Wobei Umwelt hier nicht nur Natur und Biotope, sondern auch Arbeitskontexte sein können. Gibt es eine politische Ökologie der Kunst? Von schrumpfenden Perspektiven und der Kritik des Wachstums jenseits von Bescheidenheit handelt diese Bildpunkt-Ausgabe.

Bildpunkt Frühling 2020: Wachstumsprobleme