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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Wie verhalten sich Körper und Lebensraum zueinander, wie viel Platz nehmen wir uns, welcher wird uns zugewiesen? dorner rastl mit Lisa Rastl als Photographin und Willi Dorner als Künstler arbeiten gemeinsam an Projekten, die Körper im Verhältnis zu Architektur und gebauter Umwelt untersuchen. Die Bildstrecke zeigt Photographien aus verschiedenen Serien. Living Room ist ein partizipatives Projekt mit Bewohner_innen eines Stadtviertels, in dem die Fotografien in privaten Wohnungen ausgestellt werden. Auch It does matter where arbeitet mit Stadtbewohner_innen, mit denen gemeinsam Interventionen im öffentlichen Raum durchgeführt werden. Bodies in Urban Spaces ist eine Choreographie für eine Gruppe von Tänzer_innen, welche die Zuschauer_innen auf einen eigenen Pfad durch den urbanen Raum mitnehmen und neue Sichtweisen eröffnen. In Fitting schaffen Tänzer_innen mit Brettern und Wänden neue Strukturen, die sie an vorgefundene Bauten andocken. In Zusammenarbeit mit Gabu Heindl werden hier dysfunktionale Ordnungen im öffentlichen Raum erstellt und durchbrochen.

Das Poster zeigt eine Arbeit von Ins A Kromminga (Pronomen: er_sie/ sie_er /ins). Die Zeichnung Outcast thematisiert Erfahrungen der Medikalisierung und der selbstbestimmten Entscheidung, dieselbe zu beenden. Inter*Menschen erleben nach wie vor uneingewilligte medizinische Eingriffe, die normieren und die körperliche Variation der Geschlechtsmerkmale unsichtbar machen wollen. Kromminga arbeitet zwischen Kunst und Aktivismus und hat unter anderem 2008 den deutschen Zweig der Internationalen Vereinigung intergeschlechtlicher Menschen und 2012 die Organisation Intersex International Europe mitgegründet. Künstlerische Projekte waren etwa das webbasierte GFN_genderfreenation und die Ausstellung 1-0-1 [one ó one] interse – das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung in der nGbK Berlin.

Eine Montage aus den zwei Installationen Niemandsland I und Niemandsland II von Arye Wachsmuth ist auf der Rückseite zu sehen. Niemandsland beschäftigt sich mit der europäischen Flüchtlingspolitik. Ausgangspunkt sind Fotografien von Wachsmuth, entstanden an europäischen Grenzgebieten. Diese werden mit Bildaphorismen und Zitaten aus verschiedenen Medien und Zeitspannen in Bezug gesetzt. Der Titel der Installationen bezieht sich auf den gleichnamigen Antikriegsfilm von Victor Trivas aus dem Jahr 1931, der von den Nazis verboten wurde. Die Arbeiten sind eine Auseinandersetzung mit Machtpolitik und der Konstruktion von Angst. Wachsmuths künstlerische Produktion ist eng mit seinem Aktivismus verbunden.