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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Auf dem Mittelposter der vorliegenden Ausgabe ist die Arbeit Welttapete-Tränenlach von Susanne Schuda aka Schudini The Sensitive* zu sehen. Welttapete-Tränenlach bezieht sich auf den zynischen und hämischen Ausdruck und seine Verwendung als Emoji TränenLach-Smiley in sozialen Medien. Schuda betrachtet in ihrer Arbeit die Gleichzeitigkeit von Lachen und Weinen auch als einen Ausdruck von Ambivalenz und entwickelt die Reduktion des fröhlichen quietschgelben Smileys auf Outlines als eine Art Seziervorgang. So überlagert der sezierte Smiley die Welttapete in der vorliegenden Arbeit. Schuda beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit den verschiedenen Auswirkungen einer medialisierten Gesellschaft sowie mit der wachsenden Bild- und Informationsproduktion. Die Fragilität von Identitätskonstruktionen sowie der Druck, der auf das Individuum ausgeübt wird, ist in ihren Arbeiten sichtbar. Ihre Bildauswahl aus dem globalen Medienpool entspricht Klischees, Erwartungen, Normierungen und Regeln. Ihre Arbeit Tränenlach war Teil einer multimedialen Werkgruppe in der Einzelausstellung The Office Of Nothing Personal im Studio der Neuen Galerie Graz 2018. Außerdem ist Schudini Therapeutin des kollektiven Unbewußtseins, Host der Late Night Group Therapy, Abteilungsleiterin des Office Of Nothing Personal und Gründerin der internationalen Partei der Sensiblen.

Zine oder Nicht Zine heißt die an der Rückseite platzierte Arbeit von Nina Prader. Wird die Künstlerin nach der Bedeutung ihrer Arbeit gefragt, ist die Antwort simpel: Printed Matter Matters. Prader, geboren 1990 in Washington D.C., ist Künstlerin, Kuratorin, Freie Autorin, Referentin und Printed Matter Aktivistin in Berlin und Wien. Sie betreibt das Publishing Label Lady Liberty Press, in dem sie unabhängigen Verlagspraktiken nachgeht wie Zines und der Radio Show Paper & Tape (auf Radio Orange Wien). Ihre jüngsten Projekte sind die Ausstellung Druck Druck Druck in der Galerie im Körnerpark in Berlin, wo die Risographdruckwerkstatt in die Galerie gesetzt wird, um radikalen Zielen in der Kunst, Bildung und Print nachzugehen. www.ladylibertypress.org / instagram: ladylibertypress

Die Bildstrecke stammt von Independent VoicesA Open Access Collection of an alternative Press – (http://voices.revealdigital.com) und besteht aus acht Covers von Zeitschriften, die zwischen den 1950er und den 1980er Jahren herausgegeben wurden. Die Plattform Independent Voices bringt Zeitschriften zusammen, die in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts u.a. von Feminist*innen, Black-Power Aktivist*innen, LGBT- und Antikriegs-Aktivist*innen publiziert worden waren. In der Bildstrecke zu sehen sind die Zeitschriften Freedomways zu Afro-Amerikanischer Theorie und Politik, Leviathan zu Staat, Macht und Militär, das radikal feministische Off Our backs, die Anti-Kriegs- und Neue-Linke-Zeitschrift Liberation New Service, die lateinamerikanische Zeitschrift El Despertador, das LGBT-Magazin One, die literarische Zeitschrift Quixote und der NARP Newsletter des Red Power-American-Indian Movement.