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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

you may ease my emptiness: Theresa Eipeldauers Arbeit auf dem Mittelposter ist hier in einer Ansicht im Wiener Fluc zu sehen – eine Wandtapete als Beitrag zum Ausstellungsprojekt God is a Waiter (kuratiert von Tobias Pilz). Theresa Eipeldauer war (wie alle anderen ausgestellten Künstler_innen) dort einige Jahre als Kellnerin beschäftigt. Ihre Arbeit ist eine Art Hommage an die „Wartenden, Liebenden, Betrunkenen, Weinenden, Suchenden“, die ihr aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben sind. Eipeldauer hat dafür aus Heiligenbildern entnommene, stilisierte Frames und Nimbusse gewählt, die durch die wiederholten Linien aussehen, als wären sie in eine Decke eingehüllt. Seit ihrem Studium in Wien und Paris setzt sich Eipeldauer intensiv mit dem Sujet der Linie, verschiedenen Techniken der Druckgrafik und ihrer Modifikation auseinander. Sie ist Senior Artist im Fachbereich Druckgrafik an der Akademie der bildenden Künste und wird in Wien von der Galerie Krobath vertreten.

In A Portrait of the Artist as a Worker (rmx.) – hier in der Bildstrecke zu sehen – inszeniert die Berliner Künstlerin Ina Wudtke, Mitbegründerin des NEID Magazina und Gründungsmitglied des DJ Kollektivs Femmes with Fatal Breaks, einen poetischen Essay des Belgischen Philosophen und Schriftstellers Dieter Lesage über ihre Arbeit. Der Essay (Ausschnitte davon sind auf Seite 26f. zu lesen) geht teils ironisch, teils sympathisierend mit den diversen Facetten um, aus denen künstlerische Arbeit heutzutage oft besteht. Außerdem spricht er über die gesamte Bandbreite der Aktivitäten, die viele Künstler*innen ausüben um als Künstler*innen existieren zu können – in Ina Wudtkes Fall ist dies ihre Arbeit als DJ, Promoter, Magazin Herausgeberin, etc. Das Video gebraucht Techniken aus der DJ- und MC-Welt und präsentiert neben Ina Wudtke aka DJ T-INA Darling selber MC Quio aus Berlin und Caro Leszinski (Sängerin der Berliner Band Trash Cats). A Portrait of the Artist as a Worker (rmx.) setzt sich auf witzige, provokative Weise für die Künstlerin in der zeitgenössischen Kunstwelt ein.

Auf dem Rückencover der vorliegenden Ausgabe ist die Arbeit Room Series Nr 3 der venezolanischen Künstlerin Sattva Giacosa zu sehen. Ihre Arbeiten sind politisch und persönlich, kreisen um autobiografische Erfahrungen als Migrantin und legen den Fokus auf Körper, Sexualität und Natur. Room Series Nr 3 handelt vom Entwurzelungsprozess, der Bewegung rund um unterschiedliche Realitäten und über die Rekonstruktion vom Selbst in einem neuen Kontext. Dies wirft die folgenden Fragen auf: Was bringen wir mit uns mit? Wie nehmen wir die neue Realität in uns auf und wie rekonstruieren wir unsere neue Identität? Der Körper als Medium, das Zuhause weg von Zuhause, die Landschaft, die all diese unterschiedlichen Realitäten offenbart. Sattva Giacosa ist selbsterlernte Fotografin, sie lebt und arbeitet in Wien und Barcelona und studiert Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Room Series Nr 3 ist in der von Carla Bobadilla kuratierten Ausstellung A call to save: the safe place! im Rahmen der Kampagne pay the artist now! bis zum 25. Januar in der Galerie IG Bildende Kunst zu sehen.