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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Zur Schrift: Grapus

In jeder Ausgabe des Bildpunkt wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt. Diesmal haben vier Designer_innen ihre Handschrift für jeweils ein Wort des Titels dieser Ausgabe zur Verfügung gestellt. Damit wollen wir auf ein französisches Grafiker_innenkollektiv verweisen, das unter dem Namen Grapus ab den 1970er bis in die 1990er Jahre aktiv war. Die Studierenden- und Arbeiter*innenrevolten von 1968 waren für Pierre Bernard, Gerard Paris-Clavel und Francois Miehe prägend, als sie 1970 Grapus gründeten. Sie wurden Mitglieder der Kommunistischen Partei, für die sie auch grafisch arbeiteten. Ihr Anliegen war es, Bilder zu schaffen, die den politischen Kampf unterstützten. Dabei arbeiteten sie oft mit Handschrift, die an flüchtiges „Gekritzel“ erinnert, um der Verwendung von designten Schriften für kommerzielle Zwecke etwas entgegenzuhalten. Diese „individuelle Handschrift“ gibt den Arbeiten eine spontane Kraft und Persönlichkeit und verweist auf die „politische Tradition der französischen Autoren-Grafik“*. Dennoch wurden bei keiner der grafischen Arbeiten die Autor_innen individuell ausgewiesen, sondern kollektiv mit Grapus unterzeichnet. Als fiktionales Kollektiv halten wir es in dieser Ausgabe des Bildpunktes ebenso …

 

* siehe Interview mit Malte Martin in politisch/soziales engagement & grafik design, NKBK (Hg.), Berlin 2000, S. 27.

 

 

Bildpunkt Frühjahr 2018: Aus dem utopischen Halbdunkel