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"Mitfinanzierung nicht weitergeführt"

Die Galerie IG Bildende Kunst und ein Zusammenschluss der Wiener Offspaces beschäftigten sich mit der unsicheren Zukunft in Sachen Fördergelder

Paula Pfoser

Wie viele bereits wissen, hat der harte Wind, der derzeit nicht zuletzt durch die österreichische Kulturpolitik weht, auch die Galerie IG Bildende Kunst erfasst: Keine türkisblauen Landesregierungen und auch noch nicht das Kabinett Blümel, sondern ein neuer Beirat im BKA führte zu einer drastischen Kürzung der Fördermittel. Gegenüber dem Vorjahr hat das BKA gerade noch ein Drittel des Budgets für das Ausstellungsprogramm 2018 zugesagt, 2019 wird, so die knappe Ankündigung, „die Mitfinanzierung nicht weitergeführt“ – noch ohne Angabe von Gründen.

Die Galerie ist damit – man muss es so drastisch sagen – in ihrer Existenz bedroht. Welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, und, vor allem, was konkret dagegen getan werden kann, ist derzeit Thema einer internen Arbeitsgruppe, über die wir auf dem Laufenden halten werden. Wie bereits verlautbart, hat dies aber klarerweise keine Auswirkungen auf die Künstler_innenhonorare, für deren Bestehen sich die IG Bildende Kunst nicht umsonst seit längerem einsetzt, – wohl aber auf das Programm, das einstweilen deutlich eingeschränkt werden musste.

Die unsichere Zukunft beschäftigt momentan auch einen anderen Zusammenschluss – eine Plattform der Wiener Offspaces, die Bruno Mokross (Pina), Franziska Sophie Wildförster (Kevin Space) und Titania Seidl (Mauve) Ende letzten Jahres ins Leben gerufen haben.

Auf den ersten Blick mag die Situation der Offspaces keine schlechte sein: Die Wahrnehmung steigt – die Vienna Art Week unternahm letztes Jahr etwa eine Tour durch die Alternative Spaces („Ein Must-see!“), das seit knapp einem Jahr existente Online-Magazin PW Magazine stellt diese mittels eigener Kategorie ins subkulturelle Rampenlicht und immer öfter featuren große Medien die kleinen artist-run-spaces. Und in punkto Förderungsmittel gibt es mit dem Bezirk, Stadt und dem Bund mehrere potentielle Unterstützungsebenen. Doch da gibt es erste Risse – und nicht zuletzt große Unsicherheit.

Ende letzten Jahres hatte der Bund mit der Zusage von Förderungen lange auf sich warten lassen. Im Wissen um die oberösterreichische Situation, um Schwarzblau 2000 sowie darum, dass sich der neue Kulturminister bisher nicht mit kunstpolitischen Statements hervorgetan hat, wuchs die Nervosität der auf Fördermittel angewiesenen Betreiber* innen und ließ die Idee entstehen, sich zusammenzuschließen und ein Grundsatzschreiben an das BKA zu schicken.

„Es ging uns vor allem darum, überhaupt auf die Existenz dieser Kunsträume hinzuweisen. Vermutlich wusste der Minister gar nicht um unsere Existenz, was natürlich ein großes Hindernis ist, wenn es darum geht, Fördergeld zugesprochen zu bekommen“, so Bruno Mokross vom Kunstraum Pina.

Für einen Großteil der mehr als 45 Offspaces gab es mittlerweile Zusagen für 2018. Was jedoch nicht alles ist: Viele von ihnen, wenn nicht die meisten Räume, sind mit Kürzungen konfrontiert, ohne Begründung warum. Ausgezahlt wurde außerdem noch nichts, weshalb Betreiber*innen Mietteile selbst vorstrecken mussten. Und da sind auch noch zwei Räume, denen das Budget komplett gestrichen wurde – ebenfalls ohne zufriedenstellende Aussage der verantwortlichen Stellen. Da lasse sich auch, so Mokross, „kein besonderes Muster dahinter feststellen.“ Unter den Betroffenen ist die Schneiderei, die ihren Raum deswegen aufgeben muss – aber dennoch weitermachen will.

Der Zusammenschluss an Off- und Alternative Spaces wird auch in Zukunft politischer Fürsprecher einer wachsenden Szene sein, sich im Übrigen aber auch einer Reihe an anderen Projekten widmen. Schon am Entstehen ist etwa eine kollektive Website nach dem Vorbild von Prag, Athen oder Brüssel, in der alle Räume in einem Index verzeichnet sind, „zur Orientierung für alle, die sich nicht zufällig irgendwohin verlaufen“. Für mehr Sichtbarkeit soll auch eine Art Festival im Sommer sorgen – auf weitere Infos dazu darf man gespannt sein.