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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Heft Mai 2018

Aus dem utopischen Halbdunkel


„Die Probleme der Organisation“, schrieb Georg Lukács 1922, „gehören zu den Fragen, die theoretisch am allerwenigsten durchgearbeitet sind.“ Ging es hier noch eindeutig um das Proletariat und die Partei, stellen sich Organisierungsfragen heute zugleich allgemeiner und spezifischer. Zudem sind Subjekt und Objekt unbestimmt: Wer braucht überhaupt Organisation – die Zivilgesellschaft oder die postsozialdemokratische Linke, das alternative Milieu, das Prekariat oder die Subalternen? Und welche – Netzwerk, Mosaik, Schwarm, oder doch Partei? Auch stellen sich Fragen der Organisierung im Kunstfeld strukturell anders als im politischen Feld. Nicht zuletzt angesichts des Regierungswechsels in Österreich und des Vormarsches ultrarechter Bewegungen und Parteien in ganz Europa stellt sich die Frage linker Organisierung neu. Während mit dem Aufbruch in Österreich der langen Reihe linker Organisierungsversuche ein weiterer hinzugefügt wurde, hat auch die Geschichte des künstlerischen Feld einige Zusammenrottungen um Programme, Mitglieder und Statuten zu bieten. Vor dem Hintergrund dieser historischen Differenzen und gegenwärtiger Entwicklungen stellt der Bildpunkt die Organisationsfrage(n), um sie nicht länger im „utopischen Halbdunkel“ zu belassen, wo Lukács sie noch sah.

Heft März 2018

Kunst, Forschung, Politik


Kunst erzeugt Erkenntnis. Eine Ahnung davon gibt es zwar (in etwa) schon seit Heraklit, doch die Rede von "künstlerischer Forschung" ist erst im vergangenen Jahrzehnt in die Feuilletons und in die Lehrpläne gesickert. Sie wirkte als Herausforderung für die konventionelle Wissenschaftspraxis, weil sie "performative, mediale, soziale aber auch ökonomische Einflüsse reflektiert" (Elke Bippus). Allerdings: Kaum war das Spezifische, das Kunst zur Forschung beizutragen hat, anerkannt und etabliert, gilt die künstlerische Forschung schon wieder als verwerflich: Als ein Label, das künstlerische Produktion quantifiziert und evaluierbar macht, kurz: das die Ökonomisierung nicht nur reflektiert, sondern selbst betreibt. Ist also eine emanzipatorische künstlerische Forschung in der Bologna-Universität überhaupt noch denkbar? Und wenn ja, wie sähe sie aus? Diese Ausgabe des Bildpunkt greift also die Debatten der letzten Jahre auf und forscht nach den Potenzialen und Verwerfungen künstlerischen Forschens.