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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Rechte der Kunst

Kommentar von Alexander Jöchl

Die folgenschweren Ereignisse rund um die USamerikanische Präsidentschaft sind besorgniserregend. Diese Entwicklungen genau zu beobachten und darauf zu reagieren, ist auch Aufgabe von Künstler*innen. Richard Prince hat mit dem Widerruf der Autorenschaft seines Bildes aus der Sammlung von Ivanka T. ein Zeichen gesetzt. Das ist in Amerika aufgrund des Visual Artists Rights Act (VARA) möglich. VARA soll Künstler*innen vor Veränderung oder Zerstörung der Kunstwerke durch die Besitzer*innen schützen.

Informationsmaterial zur rechtlichen Situation in Österreich stellt die IG Bildende Kunst zur Verfügung. Auch bietet sie nach Voranmeldung eine persönliche Rechtsberatung für Mitglieder, kostenlos bei Vertragsanwält* innen in ganz Österreich. Die verbesserungsbedürftige Rechtslage schützt die berechtigten Interessen der Künstler*innen bei Entstehung und Verkauf von Kunstwerken bzw. der anschließenden Verwertung. Um sich vor oft langwierigen und kostspieligen Auseinandersetzungen bestmöglich zu schützen, sind schriftliche Vereinbarungen unabdingbar! Im Frühjahr 2016 gab es dazu in der IG Bildende Kunst eine Veranstaltung mit Martin Fritz (Kurator, Publizist, Jurist). Das Ergebnis „25 Punkte, deren Besprechung in 90 % der Fälle dafür ausreicht, um eine Projektbeteiligung zufriedenstellend zu vereinbaren!“ steht uns als Orientierungshilfe online zur Verfügung.[1]

Aktuell arbeiten wir an einer Positionierung im Bereich Ausstellungshonorare für Künstler*innen. In einigen anderen Ländern ist ein solcher Honoraranspruch schon verankert. In der Galerie IG Bildende Kunst starten wir mit einem Modell, das sich am New Yorker Vorbild W.A.G.E.[2] orientiert. Unsere in der Praxis erprobten Erfahrungen werden wir mit anderen Institutionen und Fachleuten diskutieren, um das Modell für den Ausstellungsbetrieb mit seinen verschiedenen Voraussetzungen zu adaptieren. Künstler* innen müssen angemessen honoriert werden. Ein rechtlicher Anspruch auf eine adäquate finanzielle Abgeltung ihrer erbrachten Leistungen ist dafür unabdingbar.

Alexander Jöchl ist Vorsitzender der IG Bildende Kunst.

[1] www.igbildendekunst.at/service/survivaltraining/20160406

[2] www.wageforwork.com