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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Zur Schrift: San Francisco

Carlos Toledo

In jeder Ausgabe des Bildpunkt wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt, diesmal in der San Francisco (Susan Kare, 1984). Diese war Teil des ersten Systems von Apple 1984. Durch den Computer konnten GrafikdesignerInnen direkt auf Schriften zugreifen. Die Alben der Sex Pistols bedienten sich aber der Ästhetik der „Erpresserbriefe“: Decollagen aus ausgeschnitten Buchstaben. In Zeiten, in denen Schriftsetzen und Gestalten nicht in einer Hand lagen, war dies die einzige Möglichkeit direkt in die Schrift einzugreifen. Jamie Reid – Anarchist, Kunststudent und Designer der radikalen politischen Zeitschrift Suburban Press in London – ist Urheber der Covers. God Save the Queen (1977) zählt zu den „großartigsten“ Covers aller Zeiten (Q Magazine, UK 2001). Reids Nähe zu den SituationistInnen ist bekannt. Und hier situiert sich meine Frage: Was ist Punk? Punk ist keine Ästhetik, sondern eine Haltung der Verweigerung, eine anarchistischen Non-Position. Zwischen Pussy Riots und ZapatistInnen, wo ist Punk? Susan Kare ist Urheberin der ersten Icon-Welt von Apple und ich kann mit ihr nur gemeinsam sagen: Ist das Punk?

Toledo i Dertschei sind Eva Dertschei und Carlos Toledo. Als Gestalter_innen beschäftigen sie sich in unterschiedlicher Form mit Schrift, Sprache und Sprachpolitik. In dieser Glosse im Bildpunkt wird jeweils eine andere Schrifttype vorgestellt und in Bezug zum Thema des Heftes gestellt.


Bildpunkt Winter 2016: Punk