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Die IG BILDENDE KUNST ist die Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Zur Schrift: Jenson

Carlos Toledo

In jeder Ausgabe wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt, diesmal in der Jenson (1468 als erste gedruckte Antiqua von Nicolas Jenson geschnitten) – aber mit einem Bug. Und zwar nicht mit einem Softwarefehler (eben Bug genannt, wegen der Motte, die 1945 in einen der ersten Rechner flog http://www.history.navy.mil/photos/images/h96000/h96566kc.htm), sondern mit einem Bug, der einer künstlerischen Arbeit entlehnt ist: der Fabel der Fabeln von Juan Yanes, einer Fotoserie über eine von Motten durchfressene Fabel (http://eloscuroborde.wordpress.com/2011/ 07/24/fabula-de-fabulas). Motten und Schimmel sind lebendige Zerstörer von Archiven, privaten wie öffentlichen. Archive sind etymologisch nicht Häuser der Ordnung, sondern des Regierens (Anarchie, Monarchie ...), d.h. des Lei - tens. Ein kleines Beispiel dafür ist das Projekt Und was hat das mit mir zu tun? von trafo.K (Gestaltung von Toledo i Dertschei): Im feuchten Keller des Gymnasiums Karajangasse in Wien wurde die von SchülerInnen und LehrerInnen seit über 20 Jahren aufgearbeitete Geschichte des Nationalsozialismus und des ehemaligen Gestapo-Gefägnisses in dieser Schule „archiviert“. Es war technisch möglich, die zerstörerischen Gegebenheiten des Kellers mit modernen Mitteln (bedruckten Plastikplanen und Doka-Platten) zu bändigen. Diese Gedenkstätte schuf dadurch Platz für „Transnationale Geschichtsbilder zur NS-Vergangenheit“, „neue Beiträge zu derzeit lebhaft diskutierten Fragestellungen in Geschichts - wissenschaft, Pädagogik, Museologie, empirischer Sozialwissenschaft und Migrationsforschung“, die 2009 bis 2011 von SchülerInnen zusammen mit WissenschafterInnen, LehrerInnen, VermittlerInnen und GestalterInnen „erforscht“ und „ausgestellt“ wurden (http://www.trafo-k.at/prodetail.php? id=50&refer=proauswahl.php?p=1). Die Gedenkstätte ist jeden Donnerstag Nachmittag für das Publikum geöffnet.