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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Heft Herbst 2011

anarchivieren


Jeder Kanon schafft Ausschlüsse, alles Sammeln ist ein Privileg. Das Archiv ist einer der Orte, an und in dem diese politisch problematischen Prozesse stattfinden. Viele künstlerische Arbeiten der letzten Jahre haben sich ihnen gewidmet. Das Archivieren ist aber auch ein Um- und Neusortieren, das Installieren anderer Ordnungen. Es ist ein Aufheben, an dem Hegel seine Freude gehabt hätte, d.h. es bewahrt und schafft zugleich ab. Für den Zusammenhang von Kunstproduktion und sozialen Bewegungen stellt sich die Frage, was verwahrt und geschützt werden muss von der eigenen Geschichte, was muss überhaupt wie zum „Eigenen“ gemacht werden und was sollte oder müsste sich einer Überschreibung oder Umschichtung aussetzen? Mit dem Themenschwerpunkt „anarchivieren“ fragt der BILDPUNKT nach herrschaftskritischen Verfahren – die verneinende Vorsilbe wie in Anarchie, der Abwesenheit von Herrschaft, deutet darauf hin – der bewahrenden Aneignung und damit auch der Frage nach künstlerischen Erinnerungs- und Geschichtspolitiken.


Heft Sommer 2011

Anders Handeln


Alternative und Solidarische Ökonomie ist vielfältig und in aller Munde: Vom Staaten übergreifenden Mega-Projekt ALBA bis zum Kostnix-Laden von nebenan werden Projekte betrieben, Nischen gesucht und Gegenmodelle zum neoliberalen Kapitalismus diskutiert. Derweil zählt der Kunstmarkt zu den ungerechtesten Märkten überhaupt, hohe Gewinnspannen für wenige, prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen für die meisten machen ihn aus. Dennoch oder gerade deshalb wird auch im künstlerischen Feld an alternativen Praktiken gearbeitet, die von den sozialen Bewegungen inspiriert sind und wieder in diese eingespeist werden. Der Bildpunkt zum Thema „Anders Handeln“ widmet sich diesen Schnittmengen zwischen künstlerischer Produktion und Aktivismus und stellt die Bedingungen und Möglichkeiten für Handeln – Tun wie Wirtschaften – ebenso zur Debatte wie das prinzipiell „andere“ daran.



Heft Frühling 2011

smrt postnazismus


Zahlreiche künstlerische Arbeiten reflektieren aktuelle Erinnerungspolitiken an die Shoah, die Verbrechen der Nazis und den Zweiten Weltkrieg. Sie präsentieren Recherchen, brechen mit Blickkonventionen, zeigen und entziehen Bilder oder beschäftigen sich mit marginalisierten Geschichten, die sich einfachen Opfer/Täter Dichotomien widersetzen bzw. keinen Platz in den Medien und Schulbüchern erhalten haben. Diese Ausgabe des Bildpunkt versammelt künstlerische, aktivistische, kuratorische und theoretische Positionen, die nationale Erinnerungen herausfordern. Dabei geht es auch um die Frage wie sich in der postnazistischen Migrationsgesellschaft erinnern lässt. Das Präfix post- bezeichnet hier in Analogie zum Postkolonialismus nicht das Vergangene an der Geschichte, sondern vielmehr deren Kontinuitäten nach dem Bruch.