discount cialis 20mg
generic cialis money order
real cialis without prescription
is 25mg of viagra enough
levitra cialis
viagra buy now
how to get samplse of viagra
viagra generic drug
side effects of viagra tablets
viagra now
prescription free viagra
generic viagra bet price
online order viagra overnight delivery
generic cialis soft 20mg
IG Bildende Kunst Logo
Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

Solidarisieren, Mitglied werden, Vorteile genießen!

umfunktionieren lernen im Buch

Jens Kastner

Die Studierendenproteste vom Herbst 2009 haben Auswirkungen. Zumindest auf die Programme avancierter Kleinverlage. Bei Diaphanes gibt es gleich eine ganze Buchreihe zu Universität, Bildung und Protesten. Der Band Was passiert? versammelt Stellungnahmen von und Reflexionen zu den Ereignissen im letzten Spätherbst von Bielefeld bis Berkeley. Während die Ausgangspunkte der Kritik die Zustände an den ökonomisierten Universitäten – als „historisch spezifisches epistemologisches Terrain“ (Demirovic) – sind, herrscht über deren soziale und politische Einbettung schon kaum mehr Einigkeit. Leben wir „in einer autoritären Welt“, wie der Anarchist Mark Lance meint, oder doch in einer, in der ein „neofordistisches Disziplinarsystem“ (Wiener Kollektiv) an den Unis sich mit dem produktiven Pfeilen am „Ich- Design“ prima verträgt? Schon lange nicht mehr ist jedenfalls so ausführlich und vielortig über die Rolle der Unis nachgedacht worden. Und nicht nur gedacht. Die vielen abgedruckten Forderungskataloge machen zudem deutlich, dass die angebliche Inhaltlosigkeit der Spätherbstproteste eine Mär ist. Auch da ist das Spektrum breit und reicht von konkreten Vorschlägen bis zu Fundamentalanliegen: „Auf Wirtschaftswachstum pfeifen wir. Wenn etwas wachsen soll, dann das kollektive Reflexionsvermögen.“ (Besetzer Uni Zürich) Das Textkonvolut Uni brennt ist kurz nach Erscheinen schon in die zweite Auflage gegangen und beschränkt sich auf die Situation in Österreich. Das Ziel der HerausgeberInnen, ein „polymorphes Stimmungsbild“ zu vermitteln, ist durchweg als erreicht zu bezeichnen. Es finden sich die Audimax-Reden der linken Austropromis ebenso wie die Forderungen von Studierenden und den Squatting Teachers, sowie Reflexionen über die Medien-, Netzwerk- und Demokratienutzung der Proteststudierenden. Dass man allerdings in diesem Band mit dem Soziologen Christian Fleck einen Befürworter von Studiengebühren und Fan sozialer Ungleichheit (unübertroffen sein Plädoyer im Standard, den Mittelschichten die „Chance zum Abstieg“ einzuräumen) zu Wort kommen lässt, muss dann doch als falsch verstandener Pluralismus angekreidet werden.

Wie die Universität ist auch die Schule eine Institution, die nicht nur Lernen und Wissen generiert und weitergibt, sondern auch „Normen und gesellschaftliche Identitäten“ (Egermann/Pritz). Wie in diese Weitergaben mittels Kunst(Unterricht) interveniert werden kann, fragen sich die Beiträge in school works. Frigga Haug berichtet darin von einer beforschten Schulklasse, die das Wort „resigniert“ nicht kannte und sich aufklären ließ: „Das Wort gefiel ihnen. Es drückte treffend aus, wie sie sich fühlten.“ In einer Situation der Prekarisierung aller Lebensbereiche und der Zerstreuung der Subjekte, schreibt Gerald Raunig in Was passiert? im Hinblick auf politische Potenziale, „sind Schulen und Universitäten vielleicht die letzten Orte, in denen Konzentration möglich ist.“ Das Museum wäre ein weiterer, glaubt man den kritisch-optimistischen Einschätzungen in Curating and the Educational Turn. In solch einem Turn, schreibt nämlich Irit Rogoff, „it is we who are in movement, rather than it.“ Anstatt die Kuratorisierung und die Aufwertung der Kunstvermittlung als knallharte Feldeffekte zu analysieren, wird eher auf die Entwicklung neuer „models of our own“ (Sheikh) und die Hoffnung auf Kunst als „alternative cultural pedagogy“ (O’Neill/ Wilson) gesetzt.


Jens Kastner ist Soziologe und Kunsthistoriker und lehrt an der Akademie der bildenden Künste Wien.


Eva Egermann /Anna Pritz (Hg.): School Works: Beiträge zu vermittelnder, künstlerischer und forschender Praxis, Löcker Verlag, Wien 2009.

Stefan Heisenberger/ Viola Mark/ Susanne Schramm/ Peter Sniesko/ Rahel Sophia Süß (Hg.): Uni brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches, Verlag Turia + Kant, Wien 2010.

Paul O’Neill/ Mick Wilson (Hg.): Curating and the Educational Turn, Open Editions / de Appel, London 2010.

Unbedingte Universitäten (Hg.): Was passiert? Stellungnahmen zur Lage der Universität, diaphanes Verlag, Berlin/Zürich 2010.