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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Zum Cover: Regimestörungen

Toledo i Dertschei

Pro Ausgabe wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt, diesmal in der American Typewriter. Geschnitten 1975 von Joel Kaden und Tony Stan für ITC (International Typeface Corporation), basiert diese auf alten Schreibmaschinenschriften aus den USA. Mit dem Ziel, diese lesbarer zu gestalten, wurde auf die Gleichsetzung der Breiten aller Buchstaben verzichtet (ein „o“ ist breiter als ein „i“). Aber mehr als um die Schrift geht es in dieser Kolumne um Public Branding, die Vermarktung der öffentlichern Dienstleistungen nach dem Ende des Kalten Krieges, um gegen private AnbieterInnen konkurrenzfähiger zu werden. Während bereits in früheren Zeiten Länder und Städte für den Tourismus zu Marken wurden, bekamen im Laufe der 1990er auch Ministerien und Ämter unternehmerische Erscheinungsbilder (Corporate Identity), um Vertrauen zu erzeugen. In diese visuellen Regime wird bis heute selten störend eingegriffen. Aber gerade das berühmteste Stadtlogo der Welt I love NY, welches Milton Glaser 1977 (http://miltonglaser.com) unter Verwendung der American Typewriter für die Tourismuswerbung der Stadt entwickelte, erfuhr Aneignungen bzw. Entfremdungen im Laufe der Jahrzehnte (bis zu den T-Shirts „I have never been to NY“). Selbst Milton Glaser erweiterte sein Logo nach den Attentaten am 11. September 2001 in New York, um seine Solidarität mit dem Slogan „I love NY more than ever“ zu bekunden. Das Herz und der schwarze Fleck am unteren linken Rand symbolisieren Manhattan bzw. Ground Zero. Milton Glaser hat sein ganzes Leben dem Unterricht gewidmet und tritt für Ethik im Design ein.