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Organisierungen aufmischen

Editorial

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe wurde angestoßen durch eine Gruppe von Lehrenden der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit einigen Monaten wird von diesem Zirkel ein Symposium vorbereitet, das im Mai dieses Jahres unter dem (voraussichtlichen) Titel Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird stattfinden wird.

Der Begriff des Regimes hat in den letzten Jahren in verschiedenen Diskursen Anwendung gefunden, die zunächst wenig gemeinsam zu haben scheinen: Das Akkumulationsregime beschreibt im Rahmen der marxistischen Regulationstheorie die Organisation von Produktion und Kapitalflüssen, das ästhetische Regime ist Teil der „Ordnungen des Sinnlichen“ (Rancière), das Migrationsregime zielt auf die Regulierung von Zuwanderung, ohne dabei allerdings die MigrantInnen als Subjekte auszuklammern, das Geschlechterregime meint das ebenfalls unter Mitwirkung der Beteiligten entstehende und in die Körper eingehende Normen- und Wertegefüge von Sexualität und Geschlechtlichkeit – vom Arbeits-, Bildund/ oder Blick- bis zum Zeichenregime zunächst gar nicht zu reden. Regime zielen, so unterschiedlich sie auch gefasst werden, auf die Formierung von Dominanz ab. Ein Regime ist insofern – ähnlich der Hegemonie – immer auch ein Prozess, der kein Außen kennt. Ein Regime in diesem Sinne lässt sich nicht stürzen. Seine Formierungen können aber gestört und damit verändert werden.

Die Ausgabe des Bildpunkt versucht, jene möglicherweise gemeinsamen Dimensionen des Regime-Begriffes auszuloten und seine Tauglichkeit für die aktivistische wie künstlerische Praxis zu hinterfragen. Damit wollen wir nicht nur eine kleine Vorarbeit für das konkrete Symposium, sondern wie immer auch einen Beitrag zur allgemeinen theoretisch-begrifflichen Schärfe in der Verknüpfung jener Bereiche leisten. Der argentinisch-mexikanische Kulturwissenschaftler Néstor García Canclini schreibt von einem Imaginationsregime (régimen imaginario), das Diskurse wie auch soziale Tatsachen organisiert. Um in solche Organisierungen zu intervenieren, sie umzupolen oder sie zumindest etwas aufzumischen, tritt schließlich auch diese Zeitung alle drei Monate an.

Für die Frage, ob sich der Regime-Begriff nun zum neuen Allianzenkleber zwischen den Ansätzen mausert oder wenigstens ein paar Horizonte für die künstlerische und/oder politische Praxis aufreißt, könnten wir es vorerst mit dem neuen Album von Tocotronic halten. Im Song Bitte oszillieren Sie heißt es dazu: „So sanft ist das Gesetz, bitte legen Sie nichts fest – das Regime ist so bescheiden, Sie müssen nichts entscheiden.“


Jens Kastner, koordinierende Redakteur