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Gedanken zur aktuellen Situation der Lehrer_innenbildung und where can i purchase cialis -ausbildung

KunstLALA

Hintergrund

Eine Reform der Schule und viagra tablets sale Lehrer_innenbildung und -ausbildung in Österreich ist lange überfällig, darüber sind sich die unterschiedlichen Akteur_innen einig. Zusätzlich besteht Bedarf auf die Situation des drohenden Lehrer_innenmangels in den nächsten Jahren zu reagieren – laut BMUKK werden im Zeitraum 2012 bis 2025 rund 50% aller beschäftigten Lehrer_innen in Pension gehen. Im Auftrag des BMUKK und des BMWF wurde eine „ExpertInnengruppe“ einberufen, die seit Jahresbeginn 2009 Empfehlungen zur „LehrerInnenbildung NEU“ erarbeiten sollte. Der Endbericht[1] ist seit März 2010 auf der Homepage des BMUKK einzusehen. Ob die Ministerien diese Empfehlung oder Teile davon übernehmen werden, ist noch unklar. Bekannt ist, dass die Regierung die Lehramtsstudien an den Universitäten auf die Bachelor/Master- Architektur umstellen möchte. Jedoch schreibt weder die Bologna-Deklaration diese Studienarchitektur vor, noch wurde in Österreich dieses System erfolgreich umgesetzt. Studierende sowie Lehrende sind mit der österreichischen Umsetzung der BA/MA Architektur alles andere als zufrieden. Trotzdem versucht die Regierung unter Berufung auf die Deklaration ihre Interessen durchzusetzen, ohne auf konkrete Kritik und cialis us Forderungen der Studierenden und cialis from canada Lehrenden einzugehen. Wieder einmal dürfen diejenigen, die davon betroffen sind und viagra samples den jeweiligen Hochschulbereich kennen, nicht mitreden. Obwohl Kunst und buy viagra on internet Kultur im Bildungsbereich derzeit eine große Bedeutung zugesprochen wird[2], bleiben die Kunstuniversitäten in dem ExpertInnenpapier gänzlich unberücksichtigt. Die Reform würde auch die Möglichkeit bieten, die Rolle und cialis on sale den Stellenwert, den Kunst, Kultur und viagra buy now Gestaltung sowie die künstlerischen Fächer in der Schule haben und propecia online generic bekommen sollen, neu zu formulieren und gestalten.

KunstLALA

KunstLALA ist eine Arbeitsgruppe von Studierenden, die im Rahmen der Proteste 2009/2010 gegründet wurde, um sich inhaltlich mit der aktuellen Situation der Lehrer_ innenbildung und -ausbildung auseinanderzusetzen. Wir treffen uns regelmäßig seit Oktober 2009. Die Gruppe besteht hauptsächlich aus Lehramtsstudierenden, die sowohl an der Universität Wien als auch an der Universität für angewandte Kunst und der Akademie der bildenden Künste studieren. Dies führte zu dem Namen „Künstlerisches Lehramt / Lehramt Allgemein“ – kurz KunstLALA.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Information zu sammeln, sich mit Lehramtsstudierenden, anderen Arbeitsgruppen und Vertreter_innen pädagogischer Berufe zu vernetzen und eigene Positionen, Vorstellungen und Forderung die (Aus)Bildung pädagogisch Tätiger betreffend, zu erarbeiten. Der zentrale Wunsch nach Vernetzung stellte sich als schwierig heraus: Einerseits haben die Lehramtsstudierenden der Uni Wien keine Studienrichtungsvertretung, wodurch keine formellen Strukturen vorhanden sind, um sie zu erreichen. Andererseits besteht in Österreich eine nicht nachvollziehbare Aufteilung der (Aus)Bildung von Lehramtsstudierenden auf die zwei Institutionen Universität und Pädagogische Hochschule, die unterschiedlich lange dauert und zu unterschiedlichen Abschlüssen führt. Das bedeutet unter anderem, dass Hauptschullehrer_innen an den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet werden, und Gymnasiallehrer_innen an den Universitäten – obwohl beide dieselbe Altersstufe nach dem gleichen Lehrplan unterrichten.

Positionen

Die Beschäftigung mit der vage formulierten Kurzversion des Papiers „LehrerInnenbildung NEU“ führte zur Erarbeitung einer eigenen Position und der Verfassung eines Arbeitspapiers[3]. Das bewusst allgemein gehaltene Papier beschäftigt sich mit der Bildung, Ausund Weiterbildung von pädagogisch Tätigen und stellt die Position von KunstLALA vor, die sich eine Reform der Lehrer_innenbildung und -ausbildung nicht getrennt von der Schulreform denken kann. KunstLALA befürwortet eine gemeinsame Schule zumindest für alle Schüler_innen der Sekundarstufe I und eine Angleichung der Ausbildungsdauer aller pädagogisch Tätigen auf mindestens fünf Jahre, um eine (Aus)Bildung auf hohem Niveau zu gewährleisten. Die Arbeit von Kindergartenpädagog_innen, Lehrer_innen und anderen pädagogisch Tätigen, ist gleichermaßen wichtig, erfordert eine gesellschaftliche Aufwertung und adäquate einheitliche Bezahlung. Der Ein-, Umund Ausstieg von pädagogisch Tätigen soll möglich sein. Und es werden pädagogisch Tätige unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Geschlechter und mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen benötigt. So kann auch besser auf unterschiedliche Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingegangen und Mechanismen von Privilegierung und Ausschluss entgegengewirkt werden.

Die Arbeitsgruppe KunstLALA vertritt die Meinung, dass eine (Aus)Bildung von pädagogisch Tätigen gemeinsame Inhalte und spezifische Schwerpunktsetzung je nach Altersgruppe und Tätigkeitsbereich für pädagogisch Tätige beinhalten und Praxiserfahrung während der gesamten Ausbildung gesammelt werden soll. Weiters soll eine Lehrer_innenbildung, -ausbildung und -weiterbildung von aktueller Forschung geleitet und Beiträge zur Forschung geleistet werden. Die „Grundgedanken zu einer Reform der LehrerInnenbildung und -ausbildung“ floss in Diskussionen und in ein gemeinsames Statement der österreichischen „Kunstuniversitäten“ [4] betreffend die Empfehlungen der ExpertInnengruppe ein. Die Vorschläge der Endfassung der ExpertInnengruppe legen die Befürchtung nahe, dass die Reformmaßnahmen auf eine schnelle und möglichst billige Ausbildung von Lehrer_ innen abzielen, um auf den akuten Mangel von Lehrkräften und die budgetäre Lage zu reagieren. Neben begrüßenswerten Ansätzen der ExpertInnengruppe, wie die vermehrte Einbindung der Forschung in die Ausbildung, eine vermehrte Forschung betreffend dem Feld Schule und der zumindest teilweisen inhaltlichen Annäherung pädagogischer Ausbildungen durch gemeinsame Kernbereiche, gibt es auch einige Kritikpunkte. Die ExpertInnengruppe schlägt für pädagogisch Tätige nach Absolvierung des Bachelors (BA) eine verpflichtende „Induktionsphase“, einen zweijährigen Turnus, vor, anstatt die Praxiserfahrung bereits während des Studiums einzuführen. Erst nach Absolvierung dieser Induktionsphase und weiteren Kursen ist ein Assistenzstatus erreicht.

Zu kritisieren ist auch, dass der Master (MA) laut der ExpertInnengruppe nur berufsbegleitend angeboten werden soll, was eine extreme Doppelbelastung darstellt und eine Verlängerung der Turnuszeit auf ca. vier Jahre bedeutet. Es ist zu befürchten, dass durch den langen Turnus und den Assistenzstatus der Status als vollwertige Lehrkraft erst sehr spät oder womöglich nie erreicht wird und dies mit einer schlechteren Bezahlung einhergeht. Vorgesehen ist der MA-Abschluss für eine vollwertige Lehrkraft in der Sekundarstufe I und II sowie für die Primarstufe. Selbst die BA-Abschlüsse scheinen unterschiedliche Wertigkeiten aufzuweisen, je nachdem ob ein BA mit 180 oder 240 ECTS Punkten absolviert wird. Hierarchien zwischen pädagogisch Tätigen bleiben be stehen[5] und werden durch „Entlohnung nach Funktion“ verstärkt[6]. Zusätzlich empfiehlt die ExpertInnengruppe eine Einführung mehrmaliger Selbst- bzw. Fremdauswahl und möchte so einen Selektionsprozess, den es zu kritisieren gilt, einführen.

KunstLALA plädiert für eine langfristige Lösung und grundsätzliche Reform und erachtet eine zusätzliche Erarbeitung einer kurzfristigen Strategie zur Lösung des kommenden Lehrer_innemangels als sinnvoll. Obwohl die Ministerien Dialogbereitschaft signalisieren, wurde eine Anfrage seitens KunstLALA bezüglich der Beteiligung an Diskussionen nicht beantwortet. Wir werden unser Mitspracherecht jedenfalls weiterhin einfordern, auch wenn die zuständigen Politiker_ innen jeglicher Idee der Mitbestimmung ablehnend gegenüber zu stehen scheinen …


KunstLALA ist eine Arbeitsgruppe von Studierenden, die sich mit der aktuellen Situation der Lehrer_innenbildung und -ausbildung auseinandersetzt (Kontakt: kunstlala(at)gmail.com).


[1] www.bmwf.gv.at/fileadmin/user_upload/ aussendung/lehrerinnenbildungneu/Endbericht_ LehrerInnenausbildung_NEU_2010.pdf

[2] Vgl. Educult (2007): Vielfalt und Kooperationen. Kulturelle Bildung in Österreich – Strategien für die Zukunft. Bericht im Auftrag des BMUKK. Wien, S. 7.

[3] www.malen-nach-zahlen.at/wp-content/uploads/Grundgedanke-zu-einer-Reform-der-LehrerInnenbildung-und-ausbildung.pdf

[4] www.boekwe.at/aktuelles/artikel/KU_BE.pdf

[5] Vgl. u.a. www.bmwf.gv.at/fileadmin/user_upload/ aussendung/lehrerinnenbildungneu/Endbericht_ LehrerInnenausbildung_NEU_2010.pdf, S. 11

[6] Vgl. ebd S. 84.