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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Heft Herbst 2010

umfunktionieren lernen


Gegen die Ökonomisierung der Bildung und für eine Demokratisierung der Universitäten organisieren sich Studierende derzeit international. Dabei wird unter anderem der Funktionalismus des Ausbildungsbegriffs, die Zurichtung der Bildung auf ihre ökonomische Verwertbarkeit und die damit einhergehende Reduktion studentischer Mitbestimmung auf KonsumentInnenbefragungen angegriffen. Zugleichwird aber viel grundsätzlicher in aktivistischer, künstlerischer und theoretischer Form nach der Bildung und dem Lernen selbst gefragt. Wie kann und soll lernen aussehen? Wie zweckfrei kann es sein? Für wen und in wessen Interesse? Und wer bleibt dabei ausgeschlossen?Der Bildpunkt geht diesen Überlegungen zur Politisierung der Bildungsdebatte, der Kollektivierung des Lernens und seiner gesellschaftlichen Relevanz nach und versammelt Texte aus Kunst, Theorie und Aktivismus.

 


 

Heft Sommer 2010

Gewaltverhältnisse



Politische Ausschlüsse, ökonomische Ausbeutung und kulturelle Exklusionen sind in der zeitgenössischen Kunst in den letzten Jahren immer wieder zentrale Themenbereiche gewesen. Offenbar wird so auf Gewaltverhältnisse reagiert. Dieser gesellschaftlich-strukturellen Betrachtung steht in der Kunst aber von je her ein Verständnis von Gewalt gegenüber, das sie in Form eruptiver Bewegungen oder Emotionen wahrnimmt und als anthropologische Konstante theoretisiert. Eine Herangehensweise, die in sozialwissenschaftlichen (von Trotha, Reemtsma, u. a.) und philosophischen (Glucksmann u. a.) Debatten noch gestützt und forciert wird. Wie brutal ist also diese Theorie? Welche künstlerischen Traditionen helfen uns da weiter? Und welche sozialtheoretischen Gegenentwürfe lassen sich gegen die Naturalisierung der Gewalt in welcher Form in Anschlag bringen?



Heft Frühling 2010

Regimestörungen



Der Begriff des Regimes hat in den letzten Jahren in verschiedenen Diskursen Anwendung gefunden, die zunächst wenig gemeinsam zu haben scheinen: Das Akkumulationsregime beschreibt die Organisation von Produktion und Kapitalflüssen, das ästhetische Regime ist Teil der „Ordnungen des Sinnlichen“ (Rancière), das Migrationsregime zielt auf die Regulierung von Zuwanderung, ohne dass dabei allerdings die MigrantInnen als Subjekte ausgeklammert werden, das Geschlechterregime meint das ebenfalls unter Mitwirkung der Beteiligten entstehende und in die Körper eingehende Normen- und Wertegefüge von Sexualität und Geschlechtlichkeit – vom Arbeits-, Bild- und/oder Blick- bis zum Zeichenregime zunächst gar nicht zu reden.

Regimes zielen, so unterschiedlich sie auch gefasst werden, auf die Formierung von Dominanz ab. Ein Regime ist insofern – ähnlich der Hegemonie – immer auch ein Prozess, der kein Außen kennt. Ein Regime in diesem Sinne lässt sich nicht stürzen. Seine Formierungen können aber gestört und damit verändert werden.

Die Ausgabe des Bildpunkt versucht, jene möglicherweise gemeinsame Dimension des Regime-Begriffes auszuloten und seine Tauglichkeit für die aktivistische wie künstlerische Praxis zu hinterfragen.

Das Heft entstand in Kooperation mit der Vorbereitungsgruppe zur Tagung „Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird“, die im Mai 2010 an der Akademie der bildenden Künste in Wien stattfindet.