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IG Bildende Kunst Logo
Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

Ana Hoffner beschäftigt sich mit Reenactment, Lectureperformance und queeren Inszenierungen. Seine Arbeiten knüpfen an konzeptuelle künstlerische Positionen der 1960er und 1970er Jahre an und rekontextualisieren diese für die Gegenwart. Für die Bildstrecke dieser Ausgabe des Bildpunkt hat er die Dokumentation der Performance Bewegung, privatisiert adaptiert. In dieser stellt er als Aufführender und Vortragender Situationen zwischen künstlerischer Praxis, untersuchender Wiederholung, aktueller politisch-theoretischer Positionierung und körperlicher Investition her, deren Aktionismus er sich zugleich aussetzt. Dabei geht es um das Einnehmen verschiedener Rollen – zuerst der des Künstlers Bruce Nauman. Während Naumans Themen variiert werden, werden Verhältnisse von Kunst, Migrationspolitik, heteronormativen Ausschlüssen und struktureller Gewalt zum Thema. Ein Schlüsselmoment findet statt, wenn das Reenactment einer Arbeit von Oleg Kulik unangekündigt in den geordneten Rahmen von Bruce Nauman hineinbricht. Dieses steht stellvertretend für marginalisierte künstlerische Positionen und soll die Frage eröffnen, was wiederholt werden darf und was nicht – aber auch danach was ständig unhinterfragt wiederholt wird. Denn Wiederholung ist nicht gleich Wiederholung. Deshalb sagt Ana Hoffner über seine Arbeit: „Es ist ein anderes Wiederholen, das dem Verfestigen von Herrschaft entgegenwirken soll“.

Das praxistheoretische Kollektiv Chto Delat? (Was tun?) wurde 2003 in Petersburg von einer Arbeitsgruppe bestehend aus KünstlerInnen, KritikerInnen und TheoretikerInnen aus Petersburg, Moskau und Nizhny Novgorod mit dem Ziel gegründet politische Theorie, Kunst und Aktivismus zu verbinden. So ist Chto Delat zugleich Zeitschrift, intellektueller Zusammenhang und Künstle- rInnenkollektiv. Für das Mittelposter werden historische künstlerische Praxen und theoretische Ansätze aufgegriffen und in aktuelle Kontexte gestellt. Dabei geht es um Kunst in „reaktionären Zeiten“, neoliberale Bedingungen und politische Momente.

Mit dem Rückencover dieser Ausgabe setzt Anton Vidokle einem Projekt und einem Gebäude ein Zeichen, das seit 2006 Praxistheorien der Gegenwartskunst gewidmet war. Als die Manifesta 6 abgesagt wurde, mietete e-flux auf dem Platz der Vereinten Nationen 14A in Berlin ein Haus und nannte es unitednationsplaza. Dieses widmete sich dem Verhältnis von Kunst und Wissensproduktion und nannte das exhibition as school. Initiiert von Anton Vidokle wurden hier Programme mit über 100 KünstlerInnen und TheoretikerInnen realisiert. Als das Projekt zu Ende war, erhielt das Gebäude den neuen Namen The Building und präsentierte wieder zahlreiche Filme, Vorträge, Diskussionen und Video - installationen. Ebenfalls hier untergebracht war ein öffentlicher Lesesaal mit tausenden Büchern von mehr als 500 Kunstinstitutionen und Personen aus allen Teilen der Welt. The Building beherbergte zahlreiche Seminare, Veranstaltungen, Buch- und Magazinpräsentationen ebenso wie denkwürdige Partynächte. Nun ist das Projekt zu Ende. Mit dem Beitrag danken Julieta Aranda, Anton Vidokle & Magdalena Magiera allen, die mit ihren Ideen und ihrer Zeit zu The Building beigetragen haben: „We will miss you!“


Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen.