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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Immer revolutionär.

Editorial

Immaterielle Arbeit ist nicht nur das, was früher Dritter Sektor oder die Reproduktion genannt wurde. Auch ganz fundamentale Kommunikation ist immaterielle Arbeit. Glaubt man postoperaistischen Intellektuellen wie Michael Hardt, Antonio Negri oder Maurizio Lazzarato, hat sich auch der soziale Stellenwert immaterieller Arbeit enorm gewandelt: Sie ist zur hegemonialen Form von Vergesellschaft und Produktion geworden. Charakteristika, die ehedem vor allem künstlerischen Lebensformen zugeschrieben wurden – die spezifische Verwertung intellektueller Fähigkeiten, kommunikative Netzwerke, „Kreativität“, vielleicht sogar unternehmerische Entscheidungen –, haben sich angeblich verallgemeinert: Man könnte meinen, unsere postfordistische Gegenwartsgesellschaft sei ein künstlerisches Paradies. Leben wir also in der herrschaftsfreien Artokratie? Oder ist doch alles ganz anders? Rühren KünstlerInnen noch die Farbe an oder sind sie selbst das Material, das sie auftragen müssen?

Diese Ausgabe des Bildpunkt greift Fragen auf, die (nicht nur) im Laufe der Diskussionen um Hardts und Negris Theorie-Beststeller Empire aufgeworfen wurden. Wir gehen dabei davon aus, dass diese Diskussionen weder abgeschlossen sind, noch sich auf den postoperaistischen Theorierahmen beschränken. Auch passt das Thema der immateriellen Arbeit grundsätzlich genau ins Konzept des Bildpunkt: Es eröffnet ein Feld, auf dem sich Fragestellungen künstlerischer Produktion mit solchen aus den sozialen Bewegungen und dem Aktivismus überkreuzen und überlappen.

Das Material der immateriellen Arbeit in den Blick zu nehmen, meint u.a. den Versuch, die Debatte etwas zu erden und sie von den Praktiken und Kämpfen her anzugehen. Antonio Negri ist in dieser Hinsicht vielleicht nicht das beste Vorbild. Im Rückkehr betitelten Interview über sein bewegtes Leben klärt er uns auf: „Der Materialismus ist immer revolutionär, weil die Materie es ist.“ Man kann nun trefflich darüber streiten, ob solch ontologische Formeln zum Verständnis der Gegenwart mehr beitragen als Lenins DDR-Kalenderblattsprüche („Der Marxismus ist allmächtig, weil er wahr ist“). Dass Arbeitsverhältnisse sich wandeln, kann hingegen kaum bestritten werden. Und dass künstlerische Modelle und intellektuelle Praktiken in diesen Transformationen eine besondere Rolle einnehmen, wird von verschiedensten Studien und Gefühlslagen bestätigt. Mal euphorisch, wie bei Richard Florida, der die Entstehung einer ganzen „kreativen Klasse“ beschrieben hat, die mittlerweile zwar nicht ganz zahlenmäßig, aber doch ideologisch die US-Gesellschaft dominiere. Und mal anklagend, wie bei Ève Chiapello und Luc Boltanski, die die „künstlerische Kritik“ an Monotonien und Hierarchien der Fabrikgesellschaft für entscheidend bei der Entstehung dessen halten, was sie den „neuen Geist des Kapitalismus“ nennen.

Warum ausgerechnet eine Gruppe von Leuten zum ökonomischen Role-Model wurde, die, bezieht man es konkret auf die bildenden KünstlerInnen in Österreich, mit ihrer originären Tätigkeit in der Hälfte aller Fälle kaum mehr als 3 500 Euro pro Jahr verdient und deren Gesamtheit überhaupt weniger Einkommen als vor zehn Jahren hat, mutet doch etwas wunderlich an. Nicht nur über ihre Wirkmächtigkeit wäre also zu streiten.


Jens Kastner, koordinierender Redakteur