Symbolische Barrikaden
Städte sind umkämpfte Räume. Kaum etwas symbolisiert städtische Kämpfe so wie Barrikaden – die in sozialen Auseinandersetzungen wie dem Pariser Mai ´68 selbst vor allem als Verweissysteme auf andere Barrikaden, die der Pariser Commune 1871, fungiert haben. Städte sind Akteure und Schauplätze von Standortkonkurrenz gleichermaßen. Ein konkreter Ort wie eine Stadt ist laut Richard Florida die „key economic and social organizing unit of our time.“ Denn nur hier könne sich menschliche Kreativität in ökonomischen Wert verwandeln, und zwar dort am besten, wo es sich mit den „drei T´s“ (Technologie, Talent, Toleranz) am günstigsten verhält. Man muss die Euphorie Floridas um die „kreative Klasse“ nicht teilen, um die Modelle zu untersuchen, in denen auch KünstlerInnen die Stadt mit ihrer jeweiligen „städtischen Eigenlogik“ (Martina Löw) zum Ausgangs- und Angriffspunkt ihrer Produktionen gemacht haben. Inwieweit sich an sozialrevolutionäre, situationistische Konzepte wie den „unitären Urbanismus“ (Constant) anknüpfen lässt, soll dieser Bildpunkt ebenso erörtern wie andere Strategien urbaner Interventionen. Auch weil es dabei nicht um die Verbreiterung von Bürgersteigen geht, sondern um das Symbolische im Sinne Pierre Bourdieus, also Denk-, Wahrnehmungs- und Gefühlsschemata, sprechen wir von symbolischen Barrikaden als Ziel und Ausdruck von Kämpfen – und deren Verweisen.
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