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Pro Ausgabe wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt. Diesmal ist es die allgegenwärtige Times New Roman (1931), gestaltet von Stanley Morison (1889–1967) und Victor Lardent für die britische Zeitung The Times. Morison bekam den Auftrag, die Gestaltung einer neuen Schrift zu betreuen (Lardent war Mitarbeiter der Zeitung), nachdem er die Zeitung kritisiert hatte: sie sei schlecht gedruckt und typografisch den Zeiten hinterher (behind the times). Dass Morison immer unkonform war, zeigt die Tatsache, dass er aus religiösen Gründen im Ersten Weltkrieg den Wehrdienst verweigerte und deshalb von 1914 bis 1918 im Gefängnis saß. Während sich in Deutschland ein ideologischer Streit um Typografie entfachte, wurde die Times New Roman quasi in aller Stille geboren und entwickelte sich zu einer der meistverbreiteten Schriften überhaupt. Sie wurde auf Grund ihrer Lesbarkeit die für wissenschaftliche Arbeiten wahrscheinlich am häufigsten verwendete digitale Schrift (Schreibmaschinen hatten die Schrift Courier, die gleiche Buchstabenabstände erzeugte und deshalb nicht so lesbar war). Und gerade durch diese „Nichtgestaltung“ (von Diplomarbeiten etc.) kann sie ihre Möglichkeiten am besten entfalten. Die Times New Roman ist eine unscheinbare Gestalterin des „Nichtgestalteten“.
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