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Die IG BILDENDE KUNST ist die Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Zum Cover: formal sinnvoll

Toledo i Dertschei

Pro Ausgabe wird der Titel des Schwerpunktthemas in einer anderen Schrifttype gesetzt. Diesmal wird nicht nur die Schrift besprochen, sondern eine bestimmte Textausrichtung: der linksbündige Flattersatz. Gutenberg hat die Bibel im Blocksatz gesetzt und die Zeilen „ausgesperrt“, damit sollte die Geschlossenheit des Textes bewahrt bleiben. Im Bleisatz wurde diese Anforderung beibehalten. Erst im 20. Jahrhundert wurde der Blocksatz in Frage gestellt. Einerseits durch die KonstruktivistInnen in der früheren Sowjetunion, andererseits auch im Westen. Eric Gill beeinflusste Generationen mit seinem Essay on Typography, erschienen 1931 in London, einem Klassiker über guten Geschmack, die Handlungsfähigkeit des Menschen und die Typografie. Darin lehnt er die herkömmliche Praxis in Blocksatz zu schreiben stark ab. „Es ist nicht Möglich mit Wörtern verschiedener Länge eine einheitliche Länge aller Zeilen einer Seite zu erreichen. Ungleiche Abstände (zwischen Buchstaben und Wörtern) sind an sich störend, viel störender als die ungleiche Länge von Zeilen – was an sich nicht störend ist. Wir nehmen ungleiche Längen der Zeilen in der Dichtung, im Hand- oder Maschinenschreiben hin. Spationieren (das Setzen eines Abstands zwischen Buchstaben und Wörtern) ist typografisch wichtiger als gleich lange Sätze. Spationieren ist eine große Hilfe zur besseren Lesbarkeit, daraus ergibt sich die (Lese-)Freundlichkeit des Textes, es irritiert nicht das Auge durch Grobheit, Dummheit, Unruhe, Flecken ungleicher Abstände, auch wenn diese beim vorsichtigen Setzen auf ein Minimum reduziert werden.“ Erst 40 Jahre später wurde Flattersatz üblich. Sein Essay wurde von ihm in der Joanna linksbündig gesetzt – eine Schrift, die er eigens dafür gestaltet hat. Und die wir nun für den Titel des Bildpunkt verwenden.