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Wir bauen gerade ein wien-weites Netzwerk von Künstlerinnen und kulturschaffenden Frauen auf und laden alle Interessierte herzlich ein zu unseren ersten beiden Treffen im Herbst. Ausgangspunkt dieser Künstlerinnen- Vernetzung war das Projekt im Rahmen des Festivals Soho in Ottakring 2007: Vernetzungs- Plattform für kunst- und kulturschaffende Frauen im 16. Bezirk.
Die Idee war, während des Festivals ein „Caféhaus“ in einem Atelier der Friedmanngasse einzurichten, das den Künstlerinnen in Ottakring die Möglichkeit bietet, sich in angenehmer Atmosphäre und bei einer Tasse Kaffee die Ausstellungen im Atelier anzusehen und mit anderen Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen. Künstlerinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen sollten die Möglichkeit haben, über persönliche, politische, künstlerische wie strukturelle Anliegen zu sprechen. Zum Abschluss gab es eine offen moderierte Diskussionsrunde. Es zeigte sich, dass die anwesenden Künstlerinnen großes Interesse hatten, andere Kunstschaffende kennen zu lernen, Informationen auszutauschen, Tauschgeschäfte und Netzwerke zu entwickeln. Es waren auch Künstlerinnen aus anderen Bezirken anwesend, so dass wir beschlossen, die Vernetzungs- Initiative auf ganz Wien auszuweiten. Einige berichteten von früheren Vernetzungs-Modellen unter Kunst- und Kulturschaffenden während Soho in Ottaktring, in den Bundesländern und in Wien.
Fast einig waren sich die Frauen darin, dass viele solcher Initiativen oft mangels Zeit für die notwendige Organisation nicht mehr weiter bestehen. Gerade weibliche Kunstund Kulturschaffende leben häufig in prekären Lebensverhältnissen und müssen „Lohnarbeiten“, um sich das Leben und ihre künstlerische Arbeit finanzieren zu können. Oft sind sie auch zusätzlich durch Kinderbetreuung zeitlich weiter eingeschränkt. Da das „Kunst-Schaffen“ für viele oft ein sehr einsames und zurückgezogenes Arbeiten bedeutet, äußerten viele den Wunsch, sich im Herbst wieder zu treffen. Sonja Russ von der Rema Print und ich erklärten uns bereit, die nächsten beiden Treffen zu organisieren. Für den ersten Abend am 20. September 2007 haben wir Gabriele Gerbasits (Geschäftsführerin der IG Kultur Österreich) eingeladen, die über die derzeitigen Fördermöglichkeiten für Kunst- und Kulturschaffende in Österreich referieren wird. Am 20. November 2007 wird Daniela Koweindl (IG Bildende Kunst) über bestehende Möglichkeiten sozialer Ab- sicherung für Künstlerinnen berichten sowie zu aktuellen Debatten um Alternativen und Perspektiven rund um soziale Rechte. Alle kunst- und kulturschaffenden Frauen sind zu diesen ersten beiden Themenabenden im Herbst 2007 herzlich eingeladen. Im Anschluss an die Referate ist Zeit für persönliche Fragen, Austausch und Kennenlernen. Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf Euer Kommen!
Carla Knapp ist Filmemacherin und entwickelt kunstpolitische Projekte.
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