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„Ich fokussiere darauf, wie wir durch Kämpfe lernen und ich glaube, der einzige Weg, die Welt zu verstehen, ist zu versuchen, sie zu verändern“. Mit diesem Motto beschreibt die australische Künstlerin Zanny Begg ihre Arbeit – das Mittelposter dieser Ausgabe des Bildpunkt. Für die Ausstellung Self Education – Self Organization im National Centre of Contemporary Art in Moskau interviewte sie 2006 zahlreiche AktivistInnen im Hinblick auf Prozesse des Lernens im Kontext politischer Kämpfe. Das Projekt zeigt die zahlreichen Verschränkungen zwischen oppositioneller Wissensproduktion, Selbstermächtigung und Consciousness. In Zusammenarbeit mit AktivistInnen entstand auch eine Serie von Buttons und Sticker. Zanny Begg bedient sich damit bewusst populärer Bedeutungsträger der autonomen und antikapitalistischen Bewegung, die gewissermaßen als aktivistische Markierung funktionieren. Die Verbindung von Analyse, Reflexion und Protest findet so eine formale Entsprechung in der Bearbeitung gestalterischer Aspekte aktivistischer Protestmedien. Der Titel der Arbeit mag in diesem Sinn vielleicht auch für die Strategien der Künstlerin gelten: Wenn du dich daran machst, die Welt zu verändern, verändert die Welt auch dich. http://www.zannybegg.com
Die Maskenvorlage auf der Rückseite dieses Hefts – ein Eulengesicht zum Ausschneiden und Zusammenbauen – entwickelte Katharina Morawek. Von dieser Maske kann Gebrauch gemacht werden: zur unmittelbaren Herstellung eines temporären, strategischen „Wir“ durch vielfaches Ausschneiden. Katharina Morawek arbeitet künstlerisch an der Schnittstelle von Gestaltung und Wissensproduktion. Mit der Einladung zum Eintritt in die multiple Weisheits-Identität nimmt sie Bezug auf künstlerische und aktivistische Strategien, in denen politische Forderungen mit der Proklamation eines anderen Wissens einhergehen wie bei den Guerilla Girls und den Zapatistas: „Wenn ihr wissen wollt, wer hinter der Maske steckt, schaut in einen Spiegel“. Die Masken dienen dabei einer radikalen Abwehr des „immer schon gewusst worden seins“ derer, die in hegemonialen Diskursen und Wissensregimen zu Objekten gemacht werden. Eine Haltung einzunehmen bedeute also nicht, mit bestimmten Attributen ausgestattet zu sein, sondern sei eine immer nur partielle Ermittlung. Donna Haraway spricht von der „Politik des situierten Wissens“. Es handle sich dabei, so Katharina Morawek, nicht um „mein Wissen“ oder „dein Wissen“, sondern um den Ausdruck eines gesellschaftlichen Verhältnisses.
Wir machen Kunst, weil es die feministische/politische/gesellschaftliche/ meine Situation erfordert sind Bilder der Arbeiten eines Gender Studies-Kunstausstellungsprojekts von und mit StudentInnen der Kunstuniversität Linz, geleitet von Johanna Schaffer an der Abteilung für Kunstgeschichte und Kunsttheorie/ Gender Studies. Ausgangspunkt des Projekts war die künstlerische und politische Befragung der Brisanz und Aktualität der Gender Studies und der feministischen Theorien. „Wir machen Filme, wenn es die politische Situation erfordert“, sagt eine der Protagonistinnen in Hanna Laura Klars Film Das schwache Geschlecht muß stärker werden (Ulm, 1969). In Anlehnung an diesen Satz, den Film und die Geschichte feministischer Theorien und Bildproduktionen entstand der Titel ihrer Ausstellung. Alle Arbeiten, die für die Ausstellung hergestellt wurden, wählten als Untersuchungs- und Experimentierfeld die Produktion von Normen, vor allem jener normativer Geschlechtlichkeit. http://www.machenkunstweil.ufg.ac.at
Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen.
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