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Anschließend an die diesjährige Generalversammlung am 3. Mai fand eine öffentliche Diskussion mit dem Titel „Interessen vertreten/ Strategische Kämpfe“ zur Arbeit der IG Bildende Kunst statt. Nach der Generalversammlung, in welcher der Vorstand über Aktivitäten und Finanzgebarungen des letzten Jahres berichtete, wurde prinzipiellen und inhaltlichen Fragen nachgegangen. Beatrix Zobl (Künstlerin, die selbst nicht Mitglied ist) nahm hierbei als Moderatorin eine Außenperspektive ein. Beispielsweise wurde diskutiert, ob bzw. warum die IG Bildende Kunst eine Galerie braucht. Früher wurde die Galerie nach kommerziellen Kriterien geleitet, der Verkauf von Arbeiten aus den Ausstellungen sicherte den Fortbestand der Interessensvertretung. Nun dient der Ausstellungsraum vorwiegend als diskursiver Raum, in dem die politischen Inhalte der Interessenvertretung weiter verhandelt werden. Dabei fand über die Jahre eine durch den Vorstand forcierte Öffnung nach außen statt – und zwar weg von einer ProduzentInnengalerie hin zum Ausstellungsraum, in dem KuratorInnen und KünstlerInnen (die keine Mitglieder sein müssen) gezielt eingeladen werden, Projekte vorzuschlagen und zu realisieren. So entstehen Allianzen, wie zum Beispiel bei der Ausstellung DIY – Wir machen es uns selbst!, die in Kooperation mit dem Ladyfest stattfindet. Eine weitere Frage, die von den BesucherInnen aufgeworfen wurde, war die nach öffentlichen Jurysitzungen bei der Auswahl der Ausstellungsprojekte für die Galerie. Bisher entschied der Vorstand ohne öffentliche Jurysitzung. Eine Offenlegung des Entscheidungsprozesses ist sicherlich anstrebenswert. Die Schwierigkeit hierbei ist allerdings, dass es bisher noch nicht genug Einreichungen gegeben hat, die dem neuen Profil der IG Bildende Kunst entsprochen hätten. Einigkeit herrschte darüber, dass das politische Profil weiter aufrecht zu erhalten ist. Es wird nun angestrebt, ab dem nächsten Jahr die Jurysitzung öffentlich durchzuführen. Gegen Ende der Diskussion ging es noch um die Frage der Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern. Hier gingen die Meinungen besonders weit auseinander. So wurde vom Publikum die FriseurInneninnung als Beispiel genannt, bei der ja auch nicht jede/r, die/ der hin und wieder Haare selber schneidet, Mitglied werden könne. Andere wiederum meinten, dass der Vorstand, trotz Kriterienkatalog, mit der Definitionsmacht, wer nun ordentlich oder außerordentlich Kunst machen würde, überfordert sei. Letztlich konnte hier kein gemeinsamer Nenner gefunden werden, weshalb das bisherige Auswahlverfahren, vorläufig beibehalten wird. Auch wenn an diesem Abend viele Fragen offen blieben, war es für mich interessant, in einem moderierten Rahmen gemeinsam über unsere Arbeit zu diskutieren. Die von der IG Bildende Kunst als Interessensvertretung strategisch geführten Kämpfe können nun, um neue Sichtweisen bereichert, fortgeführt werden.
Martin Krenn ist Vorsitzender der IG Bildende Kunst
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