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Eva Egermann arbeitet als Künstlerin in verschiedenen Medien und in mehreren Kollektiven wie etwa der Manoa Free University (http://www.manoafreeuniversity.org) oder als Redaktionsmitglied der Zeitschrift Malmoe. Für das Mittelposter dieser Ausgabe des Bildpunkt zeigt sie eine Rekonstruktion des ersten Wiener Frauenstreiks am 3. Mai 1893. Das Bild ist in Zusammenarbeit mit Esther Straganz und Elke Auer als Bestandteil des von ihnen initiierten Arbeiterinnenmuseums (Teil der Manoa Free University, Wien Leopoldstadt) entstanden. Die Idee dieses Arbeiterinnenmuseums ist es, Momente von Arbeiterinnenbewegungen und Aufständen, die aus dem kollektiven Gedächtnis bereits verschwunden sind, mittels neuer, subjektiv montierter Bilder und im Sinne einer feministischen Geschichtsschreibung in Erinnerung zu rufen und erneut nachzuzeichnen. Historische Referenzen und Hintergründe zu Begriffen wie z. B. Frauenstreik liefert das dazugehörige Glossar im Heftbeitrag. Das Bildmotiv widersetzt sich den Idyllen der Postkartenmotive von Wien um die Jahrhundertwende: Militanz und Widerstand brechen das überlieferte Bild von Konsens und schönem Schein.
Elisabeth Steger ist bildende Künstlerin und auch Korrespondentin für www.transform.eipcp.net. Sie lebt seit 1989 in Wien. Die von ihr gestaltete Postkarte auf dem Rückencover kann verschickt werden. Sie beschäftigt sich mit „nJetworking“, einem Begriff, den AktivistInnen aus Slowenien (www.dostje.org) geprägt haben: nJetworking als subtile Umformung von Networking, das heute in aller Munde ist; nJetworking als Metapher für die Epoche des kalten Krieges zwischen „Ost“ und „West“. Walter Benjamin schreibt in Zur Kritik der Gewalt von einer Politik der reinen gewaltlosen Mittel: von der Sprache und vom Generalstreik. Ausgehend davon fragt Steger nach Möglichkeiten sozialer Kämpfe und einem politischen Subjekt der Gegenwart: Gibt es das Proletariat noch, das zum Unterlassen aufrufen könnte? Gibt es ein Prekariat, dem die Aufgabe politischer Kritik zukommt? Die Zeichnung versteht sich als individuelles Bild für geteilte Virtuosität im Sinne Paolo Virnos und spricht eine Ambivalenz an, die auch in nJetworking steckt. Der Mund, der nJetworking spricht, könnte EINE Ausdrucksform sein, um vernetzt, gemeinsam zu agieren, aber auch dafür, Beziehungen der Ausbeutung zu beenden.
In ihren Zeichnungen und Comics beschäftigt sich Linda Bilda mit Fragen nach der Produktion von (Gegen)Öffentlichkeit. Sie ist bildende Künstlerin, Erfinderin, politische Aktivistin und Mitherausgeberin von die weisse Blatt. Zeitschrift für Kunst und Politik. Zentral für sie ist die Entwicklung von Ausdrucksformen, die eine direkte Vermittlung der Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft ermöglichen: Die Beiträge für die Bildstrecke verstehen sich in diesem Sinne als Arbeit an einer (Gegen)Information. Mithilfe des Mediums Comic werden sowohl sprachlich konkrete als auch bildzentriert vielschichtige Informationen hergestellt, die den Textfluss der Artikel dieser Ausgabe durchbrechen und erweitern.
Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen.
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