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Die IG BILDENDE KUNST ist eine Interessenvertretung der bildenden Künstler_innen in Österreich. Wir initiieren kulturpolitische Debatten und intervenieren in Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf Arbeit und Leben bildender Künstler_innen haben. Unsere Aktionsfelder sind Kunst, Politik, Service und Zeitung. Wir fordern: Freiheit der Kunst! Recht auf soziale Rechte! Bleiberecht für alle! Gleiche Rechte für alle!

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Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen.

 

Petja Dimitrovas künstlerische Praxis steht an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und politischer, partizipativer Kulturarbeit. Die Bildstrecke, die sie für diese Ausgabe entwickelt hat, befasst sich mit Diversitätsmanagement – einem Konzept, das in der Arbeitswelt unter Bedingungen der Internationalisierung des Arbeitsmarkts zu einer zentralen Normalisierungsstrategie geworden ist: So fördert die EU etwa im Rahmen des Equal Programmes so genannte „Randgruppen“ wie MigrantInnen mit Hilfe eigener Ausbildungsprogramme, um die Teilnehmenden zu Individuen zu machen, die zu „normalen” TeilnehmerInnen des Arbeitsmarkt werden sollen. Ob das nicht nur eine symbolische Maßnahme ist, die strukturelle Diskriminierungen außer Acht lässt, ist eine Frage, mit der sich politisch denkende MigrantInnen bei ihrer Teilnahme als TrainerInnen in diesen Programmen ständig konfrontiert sehen. Neben dem Erwerb von Wissen, Kenntnissen und Aneignung der Codes der Dominanzkultur ist eines der Lernziele, von sich selbst ein Bild zu geben, das vom politischen und wirtschaftlichen System verstanden und integriert werden kann – Verschiedenheit soll in diesem Sinne aus Sicht der herrschenden Institutionen „gemanagt” werden. Doch die möglichen Effekte dieser Aktionen lassen sich nicht eindeutig vorherbestimmen: Kollektive Prozesse wie gemeinsames Lernen und Austausch haben auch eine Eigendynamik, die von Programmvorschriften nicht vollständig kontrolliert werden können und Raum für unabsehbare Entwicklungen lassen.

sandy k. ist freier Grafik-Designer, Creative Director in einer Berliner Agentur und Aktivist bei Kanak Attak. Sowohl kuratorisch als auch künstlerisch war er an diversen Ausstellungen beteiligt und publiziert und unterrichtet in diversen internationalen Drei künstlerische Positionen begleiten jede Ausgabe des Bildpunkt und sind als eigenständige Kommentare und Reflexionen zum jeweiligen Thema des Heftes zu verstehen: Kontexten zu Bildpolitiken zwischen grafischer und aktivistischer Praxis. Für das Poster des Bildpunkt entwickelte er ein Plakat, das das Verhältnis einer Politik der Darstellung und der Darstellung der Politik reflektiert und die Analyse visueller Produktion in einen Zusammenhang mit der Entwicklung alternativer Strategien stellt. www.image-shift.net

Ulrike Müller ist Künstlerin, sie lebt und arbeitet in New York. In ihren Arbeiten sucht sie einen intimen und zugleich öffentlichen Austausch mit den BetrachterInnen. Tradierte Unterscheidungen wie die zwischen Wahrnehmen und Handeln oder zwischen mentalem privaten und öffentlichem Raum werden dabei bewusst unterwandert. In den Zeichnungen auf der Rückseite dieses Heftes verfolgt Müller ein ähnliches Interesse: Die BetrachterInnen sollen als Personen adressiert werden, die in der Begegnung mit Kunst im Gegensatz zum idealen Betrachter der Moderne nicht nur Auge und Vernunft, sondern auch einen Körper und Gefühle mitbringen. Pornografie, als Metapher für das, was Leute einander antun – auch im grausamsten Sinn –, dient als methodische Referenz für dieses work in process. Das Künstlerinnenbuch Every little bit helps, – Ulrike Müller: Two Audio Works (mit Aufsätzen von Gregg Bordowitz, Barbara Schröder, Lanka Tattersall und Walter Johnston) erscheint im Herbst 2005 bei Revolver.
www.revolver-books.de


Ausgewählt und zusammengestellt von Nora Sternfeld, Eva Dertschei und Carlos Toledo in Zusammenarbeit mit den KünstlerInnen.