Dezentrale Karten
Die herrschaftliche Neuaufteilung von Land war eine der zentralen Praktiken des Kolonialismus. Postkoloniale Perspektiven in der Kunst setzen zum Teil an diesen gewaltsamen Landnahmen an und entwerfen alternative Kartografien. Diese verstehen sich nicht nur als Antworten auf Raumfragen, sondern als Pläne zur Subversion herrschender Dichotomien. Postkoloniale Diskurse erfahren gegenwärtig eine enorme Anerkennung innerhalb der kultur- und sozialwissenschaftlichen Diskurse. Die Widersprüche und Unvereinbarkeiten von der Kritik einer ethnisch formierten sozialen Ungleichheit auf der einen und der Feier der Autonomie der Migration auf der anderen Seite geraten dabei selten in den Blick. Es stellt sich die Frage nach einer Vermittlung oder einem Dazwischen von bzw. zwischen struktur- und diskursanalytischen Herangehensweisen, die nur entlang der Praxis beantwortet werden kann. Die Ausgabe des Bildpunkt widmet sich deshalb der Frage danach, welche spezifischen Vorschläge, Konzepte und Programmatiken in den Überlappungen von künstlerischen Produktionen und Praktiken sozialer Bewegungen entstehen.
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