Gewaltverhältnisse
Politische Ausschlüsse, ökonomische Ausbeutung und kulturelle Exklusionen sind in der zeitgenössischen Kunst in den letzten Jahren immer wieder zentrale Themenbereiche gewesen. Offenbar wird so auf Gewaltverhältnisse reagiert. Dieser gesellschaftlich-strukturellen Betrachtung steht in der Kunst aber von je her ein Verständnis von Gewalt gegenüber, das sie in Form eruptiver Bewegungen oder Emotionen wahrnimmt und als anthropologische Konstante theoretisiert. Eine Herangehensweise, die in sozialwissenschaftlichen (von Trotha, Reemtsma, u. a.) und philosophischen (Glucksmann u. a.) Debatten noch gestützt und forciert wird. Wie brutal ist also diese Theorie? Welche künstlerischen Traditionen helfen uns da weiter? Und welche sozialtheoretischen Gegenentwürfe lassen sich gegen die Naturalisierung der Gewalt in welcher Form in Anschlag bringen?
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